Zeitung Heute : Exilanten-Drama

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Dass sich Stefan Zweig am 22. Februar vor 60 Jahren zusammen mit seiner Frau im brasilianischen Exil das Leben nahm, ist sicherlich der Anlass für 3sat, den österreichischen Literaten von heute an in den Mittelpunkt seines Programms zu stellen. Aber es gibt auch gute Gründe, dem Schriftsteller eine Serie von Dokumentationen und Spielfilmen unter dem Titel „Die Welt des Stefan Zweig“ zu widmen: Als großer Pazifist und Vermittler zwischen Kulturen setzte er sich für die geistige Einheit Europas und grenzüberschreitende Völkerverständigung ein.

Geprägt durch die humanistischen Ideale des Wiener Weltbürgertums zu Beginn des 19. Jahrhunderts, entwickelte er seine eindringliche Gesellschaftskritik. Nach zwei Weltkriegen und der Verbannung durch die Nationalsozialisten gebrochen, war sein Selbstmord wohl der letzte Protest an die „unvernünftige Menschheit“. Hinterlassen hat er neben vielen anderen Werken „ Die Welt von gestern“, einen Bestseller.

Sein zurückgenommenes Leben bereitete 3sat Probleme bei der visuellen Umsetzung der Reihe. „Anders als bei so schillernden Persönlichkeiten wie Arthur Schnitzler, war die filmische Materiallage um den verschlossenen Autor desaströs. Wir mussten viele Bilder komponieren“, so Peter Zurek, Leiter vom federführenden ORF. Bis zum 16. März werden im Programm von 3sat 17 Dokumentationen und Spielfilme gezeigt. Besonders sehenswert: „Die Welt des Stefan Zweig“, heute um 19 Uhr 15. Christine Dohler

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