Zeitung Heute : Experimente im Glashaus

Studenten lernen moderne Energietechnik

Patricia Pätzold

Die TU Berlin errichtet auf ihrem Campus ein Musterhaus für moderne Energietechniken. „Klimawandel und Umweltprobleme verlangen ein Umdenken in der Ausbildung von Architekten und Ingenieuren“, erklärt Birgit Müller, Wissenschaftlerin am Hermann-Rietschel-Institut der TU Berlin. „Die Experten müssen künftig enger zusammenarbeiten, um energiesparende und umweltfreundliche Konzepte umzusetzen.“ Müller koordiniert den Bau des gläsernen Experimentalhauses an der Straße des 17. Juni.

Sonnenkollektoren, Heiz- und Kühltechnik für Decken und Böden, austauschbare Fassaden mit verschiedenen Glasarten, automatischer Sonnenschutz, Lenksysteme für Tageslicht sowie ausgeklügelte Beleuchtungsmethoden sollen hier künftig gezeigt werden. Der Clou: eine Wärmepumpe mit 50 Meter tief reichender Erdsonde. Firmen beteiligen sich als Sponsoren, um ihre Prototypen testen zu lassen. Innen und auf dem Dach des Gebäudes wird modernste Messtechnik installiert, mit Zugang zum Internet. Insbesondere den angehenden Architekten wurde die Technologie bisher nur theoretisch vermittelt. Nun sollen die Studenten praktisch jederzeit unter realistischen Bedingungen arbeiten und experimentieren können. Möglich wurde diese praxisnahe Ausbildung durch die neue TU-Offensive „Wissen durch Lernen“. Zehn Millionen Euro hat die Hochschule für 155 Projekte bereit gestellt. Am Experimentalhaus sind die Studenten schon in der Bauphase beteiligt. Im Sommersemester haben sie Entwürfe vorgelegt, über die im November eine Jury entscheidet. Mehrere hundert Studenten pro Semester sollen das Experimentalhaus nutzen können. Aber auch Schüler werden eingeladen. Patricia Pätzold

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