EXPERTENTIPPS : Drei Fragen an Lutz Freitag, GdW

Herr Freitag, wie sieht eine seniorengerechte Wohnung aus?

Zu einer solchen Wohnung gehört alles, was auch seh-, hör- und bewegungseingeschränkten Bewohnern in ihren vier Wänden hilft. Rampen erleichtern den Zugang ins Haus, beim Treppensteigen helfen beidseitige Handläufe, und in der Wohnung kann man Tür- und Balkonschwellen entfernen. Wir empfehlen auch Türverbreiterungen und bodengleiche Duschen.

Wie viele seniorengerechte Wohnungen gibt es schon, und wie viele werden gebraucht?

Bundesweit leben nach einer jüngeren Studie des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) rund 550 000 Seniorenhaushalte in barrierefreien und -armen Wohnungen. Das entspricht 1,4 Prozent aller Wohnungen in Deutschland. In den Mitgliedsverbänden der GdW wurden viele bestehende Wohnungen umgerüstet, darum sind bei uns die Anteile höher: Ende 2009 lagen sie mit 300 000 Wohnungen bei fünf Prozent, das waren fast doppelt so viele wie 2006. Aus den demografischen Veränderungen hat die KDA für die nächsten Jahre einen Bedarf von mehr als zwei Millionen barrierearmen Wohnungen ermittelt.

Wo liegen die vorrangigen Aufgaben für Politik und Wirtschaft?

Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ sollte fortgeführt werden. Gleichzeitig benötigen wir spezielle Dienstleistungen von technischen Bedienhilfen bis zu pflegerischen und gesundheitlichen Maßnahmen.

Die Fragen stellte Nora Grimme

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