Zeitung Heute : Exzellente Vernetzung, starke Wirkung

Kurt Kutzler

Wasser, Kommunikations- und Informationstechnologie sowie Wissensmanagement – diese drei Themen spielen nicht nur eine wichtige Rolle für unsere Gesellschaft, sondern auch für das Forschungsprofil der TU Berlin. Aufbauend auf unserer Strategie, in relevanten Gebieten starke Forschungsverbünde zu formieren, haben wir jetzt zu diesen Themen Innovationszentren ins Leben gerufen.

Neben dem bereits bestehenden Innovationszentrum Energie werden sich nun weitere Fachgebiete intern vernetzen, um nach außen – in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft – hohe Strahlkraft zu entwickeln. Die Forscherinnen und Forscher überschreiten dabei die Grenzen ihres Fachs. So arbeiten Philosophen mit Medizinern, Elektrotechniker mit Soziologen. Auf ein neues Netzwerk können wir auch in der Physik bauen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) investiert in den kommenden vier Jahren mehr als elf Millionen Euro in den Sonderforschungsbereich Halbleiter-Nanophotonik, bei dem die TU Berlin die Sprecherfunktion hat.

Basierend auf den Elementarteilchen des Lichts, werden wichtige Entwicklungen des 21. Jahrhunderts vorangetrieben. Wo bisher Elektronen dominierten, werden künftig die schnellen Photonen die Datenübertragung übernehmen. Das hat immense Auswirkungen etwa in der Materialbearbeitung, der Chipherstellung oder der Umwelttechnik. In dem Projekt vernetzen sich 100 Wissenschaftler aus drei Universitäten und vier außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Damit wird Berlins Stellung als führender Halbleiter-Photonik-Forschungsstandort Europas entscheidend gefestigt.

Auch auf dem Gebiet der Elektro- und Informationstechnik können wir eine Leuchtturmfunktion beanspruchen. So belegten wir beim jüngsten CHE-Ranking sieben von acht Spitzenplätzen in diesem Fach. Damit sind wir deutschlandweit führend. Ein weiterer Beweis dafür ist die Vergabe des Leibniz-Preises 2008, des bedeutendsten deutschen Forschungspreises, an den Mobilfunkexperten Holger Boche. Dem jungen TU-Professor stehen nun 2,5 Millionen Euro für seine Projekte zur Verfügung.

Um eine Qualität ganz besonderer Art geht es beim Communicator-Preis der DFG und des Stifterverbandes. Er gilt als die renommierteste Auszeichnung für Wissenschaftler in Deutschland, die sich um die Vermittlung ihrer Ergebnisse in die Öffentlichkeit bemühen. Deshalb freue ich mich besonders, dass er in diesem Jahr auf meinen Vorschlag hin dem TU-Mathematiker Günter M. Ziegler zuerkannt wurde. Der federführende Koordinator für das Jahr der Mathematik steht für einen neuen Typ von Forscher, für den Kommunikation eine hohe Priorität hat.

Diese positiven Beispiele zeigen sehr deutlich die Handlungsfähigkeit und das Zukunftsvermögen der TU Berlin.

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