Zeitung Heute : Fair vermittelt

Wo Praktikanten auf Bezahlung hoffen können

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Der Wehmutstropfen bei den meisten Schnupperjobs: Es ist kein Geld für die Praktikanten da. Diese Problematik ist nicht neu. Es gibt jetzt Ansätze, hier etwas zu ändern. Durch die Initiative „Fair Company“ der Zeitschrift „Karriere“ haben sich deutschlandweit bereits mehr als 130 Firmen verpflichtet, Regeln einzuhalten, die Ausbeutung verhindern sollen. Diese „Fair Companies“ ersetzen keine Vollzeitstellen durch Praktikanten und vertrösten keine Hochschulabsolventen, die sich auf eine feste Stelle beworben haben, mit einem Praktikum.

Ebenso ködern sie keine Studenten oder Absolventen mit einer vagen Aussicht auf eine anschließende Vollzeitstelle und bieten Praktika vornehmlich zur beruflichen Orientierung während der Ausbildungsphase. Die Selbstverpflichtung beinhaltet eine „adäquate Aufwandsentschädigung“. Was adäquat bedeutet, ist allerdings von Fall zu Fall verschieden. Soziale Einrichtungen können vielleicht nur 300 Euro aufbringen, während ein gut gehendes Architektenbüro schon einmal bis zu 800 Euro im Monat für ein Vollzeitpraktikum (3540 Stunden pro Woche) während der Semesterferien bieten kann.

Einen Rechtsanspruch auf einen Verdienst haben Praktikanten aber auf keinen Fall. Auch auf finanzielle Unterstützung von anderen Stellen können die Hospitanten nur in den seltensten Fällen hoffen. Die Agentur für Arbeit gibt Studenten kein Geld fürs Praktikum, genauso wenig wie Stiftungen oder Stipendiengeber. Immerhin gibt es einen schwachen Trost: Praktika sind in der Regel sozialversicherungsfrei. Und gelegentlich führen Stippvisiten in einem Unternehmen sogar zu einem festen Job. P.K./tiw

Fair Companies im Internet:

www.karriere.de

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