FAKTEN : Islam als Staatsreligion

Die Republik Malediven besteht aus 26 Atollen und 1192 Inseln im Indischen Ozean, nur etwa 220 sind bewohnt. Von insgesamt 369 000 Einwohnern lebt fast ein Drittel in der Hauptstadt Male. Fast die Hälfte der Kinder ist von Unterernährung betroffen. 20 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze.

Die Hauptwirtschaftszweige der Malediven sind Fischfang und Tourismus. 2006 reisten etwa 600 000 Touristen auf die Malediven, 200 000 mehr als im Vorjahr. Etwa drei Viertel der Touristen kommen aus Europa. Rund 100 Inseln sind den Urlaubern vorbehalten, die Regierung plant, weitere Inseln für den Tourismus zu erschließen. Einheimische sind auf den Touristeninseln nur als Personal zugelassen. Die strikte Trennung in Inseln für Einheimische und Inseln für Touristen verhindert, dass die Tourismuseinnahmen der breiten Bevölkerung zugutekommen.

Die Malediven erlangten am 26.07.1965 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Seit 1978 ist Maumoon Abdul Gayoom (Foto links) amtierender Staatspräsident und damit zugleich Regierungschef und Oberkommandierender der Streitkräfte. Eine Gewaltenteilung existiert nicht, der Staat kontrolliert nahezu alle elektronischen Medien und Zeitungen.

Laut Gayoom sollen freie Wahlen im Herbst dieses Jahres ein erster Schritt zur Demokratisierung sein. Regelmäßige Verhaftungen Oppositioneller, Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit sowie Menschenrechtsverletzungen stehen dem gegenüber. Neben der dominierenden Partei DRP, der auch Regierungschef Gayoom angehört, gibt es nur wenige Oppositionsparteien. Die einflussreichste unter ihnen, die Maledivische Demokratische Partei (MDP), sowie die islamische AP, die Parteien MSDP und IDP werden durch Repressionen und Einschränkungen in ihrer politischen Arbeit beeinträchtigt.

Auf den Malediven ist der sunnitische

Islam Staatsreligion
. Konvertieren kann zum Verlust der Bürgerrechte führen, die Ausübung anderer Religionen ist verboten. Laut Weltverfolgungsindex zählen die Malediven zu den 100 Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt oder benachteiligt werden. Vor den Malediven liegen Nordkorea, Saudi-Arabien und der Iran.elis

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