Zeitung Heute : Fakten und Daten zu Jamestown und debis-Fonds

Erworben hat Jamestown die Immobilie für rund 592 Millionen Dollar, debis: rund 65 Millionen Dollar. Nebenkosten plus "weiche Kosten" plus Liquiditätsreserve erhöhen den Betrag bei Jamestown auf 650 Millionen (neun Prozent), bei debis auf 73 Millionen (12 Prozent). Verkauft Jamestown die Immobilie in zehn Jahren zum Einstandspreis plus Verkaufsnebenkosten für 695 Millionen Dollar, dann bekämen Anleger ihr Geld zurück plus Gewinn von 8,8 Prozent. Jamestown zufolge erwarb der Fonds die Immobilie zehn Prozent unter Marktwert. Dies belegten zwei Gutachten. Deshalb seien auch drei weitere, deutlich höhere Verkaufserlöse denkbar: Die Immobilie könnte in zehn Jahren für 793, für 887 oder für 982 Millionen Dollar einen Käufer finden. Dann bekämen Anleger ihr Geld zurück zuzüglich 24,5 Prozent, 46,57 oder sogar 68,65 Prozent Gewinn. Voraussetzung ist aber, dass die Mieten in dieser Zeit steigen. Jamestown geht von einem jährlichen Plus von etwa zwei Prozent der heute erzielbaren Marktmiete aus. Dann würden die Mieteinnahmen abzüglich laufender Ausgaben einen entsprechenden "Barüberschuss" erwirtschaften. Diesen jährlichen Gewinn honoriert ein Käufer in diesen Szenarien mit dem 10,5-fachen dem 11,75 oder dem 13-fachen der Summe; das entspräche einer Verzinsung des Käuferkapitals von 9,5, 8,5 oder 7,7 Prozent. Der debis-Fonds setzt eine Steigerung der heute erzielbaren Marktmiete um jährlich drei Prozent voraus. Tatsächlich bezahlt der Mieter Ende 2010 laut Vertrag 6 765 000 Dollar im Jahr. Die Initiatoren gehen davon aus, dass die Miete im 11. Jahr auf 7 938 000 Dollar steigt: ein Plus von 17 Prozent. Derzeit liegt die Miete nach Fonds-Angaben um elf Prozent unter der erzielbaren Marktmiete. Kommt der neue Mietvertrag zustande, dann könnte debis die Immobilie verkaufen und bietet dafür drei Szenarien: Einen Erlös des 10-, 11- oder 12-fachen der Jahresmiete. Diese von debis angesetzten "Multiplikatoren" entsprechen üblichen Annahmen, denn ein Käufer der Immobilie erhielte für sein Kapital eine Anfangsrendite von 10 Prozent, 9,1 oder 8,3 Prozent. Der Anleger dagegen bekäme im ersten Fall einen geringen Gewinn von 1,31 Prozent, im zweiten aber 8,95, im dritten sogar 14,97 Prozent.

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