Zeitung Heute : Fall Amstetten: Vater soll vorbestraft sein Österreichische Behörden

verteidigen sich

Wien - Josef Fritzl, der Mann, der im österreichischen Amstetten seine Tochter 24 Jahre lang im Keller einsperrte und mit ihr sieben Kinder zeugte, soll wegen einer Vergewaltigung in den 70er Jahren vorbestraft sein. Das berichten österreichische Zeitungen. Die Justiz kann das nicht bestätigen, weil das Verbrechen lange zurückläge und eine verbüßte Strafe nach einigen Jahren aus den Akten gelöscht wird, teilten die Behörden mit.

Die Frage nach der Vorstrafe ist bedeutsam, weil Österreichs Behörden ein Versagen ihrerseits ausdrücklich ausgeschlossen haben. Sollte Fritzl vorbestraft gewesen sein, hätte ihm nicht erlaubt werden dürfen, die Kinder, die er mit seiner gefangenen Tochter gezeugt hat, offiziell als Pflegekinder aufzunehmen.

Inzwischen prüft die Polizei, ob Fritzl Komplizen hatte. Die Ermittler haben ein Gutachten über die elektronisch gesteuerte Verliestür aus Stahlbeton angefordert. Man versuche herauszufinden, ob oder wie ein einzelner Mann diese habe einbauen können. Das Verlies hatte Fritzl Ende der 1970er Jahre als Schutzraum gegen Atombombenanschläge gebaut.

Die seit ihrer Geburt in dem Kellerverlies lebenden Kinder werden möglicherweise von Amts wegen eine neue Identität erhalten. Damit solle ihnen eine geordnete Zukunft ohne ständige Verfolgung durch die Medien ermöglicht werden. Derzeit werden die Opfer in einem geschützten Bereich einer psychiatrischen Klinik betreut und behandelt. Medien haben keine Chance, zu ihnen vorzudringen. Niemand außer den Ärzten hat Zutritt. Für das betreuende Ärzte- und Therapeutenteam habe der Schutz der Patienten „oberste Priorität“, sagte ein Sprecher. Der 73-jährige Täter sitzt in der Untersuchungshaft in einer eigenen Zelle, damit er vor Übergriffen von Mitgefangenen geschützt ist. Tsp, AFP

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