Fall Felicia Langer : Israel kritisiert Köhler wegen Orden für Jüdin

Die israelische Regierung ist empört über die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die Jüdin Felicia Langer. Sie hatte Israel in der Vergangenheit unter anderem als "Apartheid der Gegenwart" bezeichnet.

Benjamin Weinthal

Berlin - Israel hat die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die in Tübingen lebende israelische Anwältin Felicia Langer scharf kritisiert. „Langer hat über Jahre immer wieder Kräfte unterstützt, die Gewalt, Tod und Extremismus befürworten“, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, dem Tagesspiegel. Jedem, der ihr einen Orden verleihen wolle, müssten „die Konsequenzen bewusst sein, wenn man Intoleranz und böse Absichten nachträglich legitimiert“. Langer ist für Vergleiche zwischen Israel und der Apartheid in Südafrika sowie Lob für Irans Präsident Ahmadinedschad berüchtigt. Die Anwältin hatte Israel in der Vergangenheit als „Apartheid der Gegenwart“ bezeichnet; den Zentralrat der Juden verglich sie mit einer „Filiale der israelischen Botschaft“. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) verteidigte Langer als „eine scharfe Kritikerin“. Der jüdische Autor Ralph Giordano drohte mit der Rückgabe seines Verdienstkreuzes, sollte Bundespräsident Horst Köhler die Verleihung an Langer nicht rückgängig machen. Langer betonte, sie wolle die Auszeichnung behalten.Benjamin Weinthal

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