Zeitung Heute : Fallschirmjäger in Afghanistan getötet

Sven Lemkemeyer

Berlin - Bei einem Anschlag auf eine Patrouille der Bundeswehr im Norden Afghanistans ist am Mittwoch ein deutscher Soldat getötet worden. Drei weitere wurden leicht verletzt, wie Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) mitteilte. Nach seinen Angaben kam der Hauptfeldwebel des Fallschirmjägerbataillons 263 aus Zweibrücken am Mittwochmorgen ums Leben, als sein Fahrzeug südlich von Kundus in eine Sprengfalle fuhr. Jung sprach von einem „feigen, hinterhältigen Anschlag“. Es war bereits der dritte Angriff auf die Bundeswehr in diesem Monat. Jung gab zu: „Wir haben eine Verschärfung der Sicherheitslage.“ Die Bundesregierung halte aber an dem Einsatz fest. Seit Beginn der Mission am Hindukusch im Jahr 2002 starben 27 deutsche Soldaten. Die Bundeswehr stellt derzeit 3280 Mann für die von der Nato geführte Internationale Schutztruppe (Isaf).

Laut Jung war die Patrouille mit acht Fahrzeugen unterwegs. Kurz nachdem sie gegen 9 Uhr 25 Ortszeit den Fluss Kundus durchquert hätten, sei der erste Wagen in die Sprengfalle geraten. Der Hauptfeldwebel, der die Patrouille angeführt habe, sei sofort tot gewesen. Die drei verletzten Fallschirmjäger seien zum Stützpunkt Masar-i- Scharif geflogen worden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich „tief erschüttert“. Merkel, Jung und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprachen den Angehörigen ihr Beileid aus. Die radikalislamische Taliban bezichtigte sich der Tat. In einem Telefonat habe ein Taliban-Sprecher bestätigt, dass Taliban-Mitgliedern für die Tat verantwortlich seien, berichtete „Spiegel Online“.

Anfang des Monats waren drei Bundeswehrsoldaten bei einem Selbstmordattentat in der Nähe von Masar-i-Scharif verletzt worden. Vor einer Woche wurde eine Patrouille in der Nähe von Faisabad angegriffen. Bei dem Schusswechsel töteten deutsche Soldaten erstmals bei dem Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan einen Menschen. Sven Lemkemeyer

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