FALSCH DEKLARIERTE EIER : Ein Verdachtsfall in Brandenburg - einige Chargen vermutlich in Berlin

Auch in Brandenburg wurden offenbar Bio-Eier falsch deklariert. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt gegen einen Öko-Bauern im Spreewald, sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde am Montag dem Tagesspiegel. Das Verfahren läuft seit vergangenem Jahr und ist noch nicht abgeschlossen. Details nannte sie nicht. Weitere Fälle sind nach Angaben der Staatsanwaltschaften in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Neuruppin derzeit nicht bekannt. Mit dem Skandal in Niedersachsen hat der Verdachtsfall im Spreewald aber offensichtlich nichts zu tun. Von den 150 Fällen hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg zwar einen an Brandenburg abgegeben, wie der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade, sagte. Dabei ging es um einen Bauern im Landkreis Märkisch-Oderland, der für seinen Betrieb mehr Hennen gekauft hatte als erlaubt. Der Landwirt habe aber glaubhaft versichern können, dass er die überschüssigen Hühner für seinen Nachbarn mitgekauft hatte. Eine anschließende Kontrolle habe bestätigt, dass die Zahl der Hühner in seinen Ställen korrekt war. Daraufhin wurden die Ermittlungen im Jahr 2012 eingestellt.

Nach Angaben des Ministeriums gibt es in Brandenburg rund 1000 Bio-Landwirtschaftsbetriebe. 39 von ihnen halten auch Hühner, insgesamt sind das 196 000 Tiere. Im Vergleich zur Gesamtzahl der Hühner im Land (gut sieben Millionen) sind das lediglich drei Prozent. Nach Angaben des Ministeriums werden die Bio-Bauern im Land mindestens einmal und bis zu viermal jährlich überprüft.

Offenbar sind falsch deklarierte Eier im Berliner Handel gelandet. Verbaucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) sagte dem RBB, es sei „leider wahrscheinlich, dass es auch Berlin trifft“. Noch sei es nicht sicher, aber „wir haben Chargen, bei denen wir annehmen, dass sie nach Berlin gegangen sind“. wik/CS/axf

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