Zeitung Heute : FAMILIENDRAMA

Tehilim – Psalmen

Dorothee Tackmann

Raphael Nadjaris dokumentarisches Drama buchstabiert einfühlsam den Schwebezustand der Ungewissheit einer verlassenen Jerusalemer Familie durch. Nach einem leichten Autounfall verschwindet Eli Frankel spurlos. Mit ihm fällt auch seine Familie aus dem Leben. Die von suggestiven Klängen untermalte Erzählung konzentriert sich auf die Innenwelt des halbwüchsigen Sohnes. Menachem findet nirgends Halt. Weder in den Gebeten des Großvaters, in der Apathie der Mutter, in der Sprachlosigkeit der Freunde noch in der Unschuld des kleinen Bruders. Alle warten. Trauern ist nicht erlaubt, solange noch Hoffnung besteht, dass der Vater lebt. So gibt es die Religion vor. Wie soll es weitergehen? Der schlichte Film um existenzielle Themen setzt an die Stelle von Antworten eine magische Meditation. Eindringlich. Dorothee Tackmann

„Tehilim“, Israel/F 2007,

96 Min., R: Rafael Nadjari,

D: Michael Moshonov, Limor Goldstein

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