Zeitung Heute : FAMILIENDRAMA

Still Walking

Mareike Hoffmann

Vor Jahren starb der älteste Sohn Junpei, als er einen Jungen vor dem Ertrinken rettete. Über den Verlust sind die Eltern nie hinweggekommen, sie haben sich in ihrer verklärten Erinnerungswelt häuslich eingerichtet. Neben dem idealisierten Bild des Verstorbenen verblasst Ryota, der zweite Sohn. Auch seine Frau, eine Witwe mit Kind, passt nicht recht in das Familienbild der Eltern. In den Filmen von Hirokazu Kore-eda spielen die leisen Zwischentöne die Hauptrolle. So dramatisiert er hier keinen Showdown herbei, sondern begleitet die Familie bei ihrem Wechselspiel aus Berührung und Verletzung. Wie auch schon in „After Life“ und „Nobody Knows“ wagt er sich an große Themen heran: Leben und Tod, Familie und Verlust. Fast beiläufig erzählt er von Konflikten, Schwere und Leichtigkeit halten sich die Waage. Intensiv.Mareike Hoffmann

J 2008, 114 Min., R: Hirokazu Kore-eda, D: Hiroshi Abe, Yui Natsukawa

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