Zeitung Heute : FAMILIENDRAMA

We need to talk about Kevin.

Eigentlich ist alles zu spät. Eva (Tilda Swinton) hat ihren Mann und ihre Tochter durch die Pfeile ihres Sohnes Kevin verloren. Der düster blickende Teenager (Ezra Miller), ein negativer Robin Hood von cooler Bösartigkeit, inszenierte auch den archaischen Abschuss einiger Mitschülerinnen. Warum? Darauf hat er keine Antwort. Die Mutter zieht sich in dem Nest, in dem er seine Strafe absitzt, zurück. Vereinsamt durchlebt die zerbrechliche Frau eine Höllenfahrt in albtraumhafte Erinnerungen an Schlüsselszenen ihres scheiternden Familienlebens. „We need to talk about Kevin“ entwirft das Porträt einer Tätermutter, die zugleich Opfer ihres rätselhaften Sohnes ist. Ein konventionelles Psychodrama interessiert die Regisseurin Lynn Ramsay nicht, lieber provoziert sie mit dem Horrormodell einer Männlichkeit, die sich gottgleich abkoppelt – von der Welt der Mutter wie von allen sozialen Bindungen. Verstörend. Claudia Lenssen

GB 2011, 112 Min., R: Lynn Ramsey, D: Tilda Swinton, Ezra Miller

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