Familienrecht : Liebe(r) schriftlich

Was Paare im Ehevertrag festhalten können.

Maik Heitmann
Ein Ehevertrag kann vor der Hochzeit oder während der Ehe geschlossen werden.
Ein Ehevertrag kann vor der Hochzeit oder während der Ehe geschlossen werden.Foto: imago

Vor der Hochzeit schon die Scheidung regeln? Für viele völlig ausgeschlossen. Doch nicht selten behält vorausschauendes Denken selbst bei frisch Verliebten die Oberhand - vor allem, wenn es um viel Geld geht. Sie schließen vor einem Notar einen Ehevertrag ab. Doch was kann der bewirken?

Güterstand: Wer kriegt was?

Im Prinzip lässt sich alles regeln, was die Eheleute regeln wollen, zum Beispiel die sogenannte Gütertrennung. Bei der Scheidung erhält dann jeder Partner nicht nur sein in die Ehe eingebrachtes Vermögen, sondern auch dessen Wertzuwachs.

Ein Paar, das eine solche Vereinbarung nicht getroffen hat, lebt im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft: Die von beiden in die Ehe eingebrachten Vermögen bleiben zwar getrennt, der jeweilige Wertzuwachs wird aber im Falle der Scheidung geteilt - etwa ein in der Ehe angespartes Aktienpaket, der wertvolle Teppich oder das von einem Partner errichtete Haus, in dem man gemeinsam gelebt hat.

Rollenverteilung: Wer macht was?

Auch die eheliche Rollenverteilung kann vereinbart werden - dass sich also zum Beispiel beide Partner verpflichten, im Haushalt mitzuarbeiten. Oder er kann die Klausel enthalten, dass beide Eheleute zum Familienunterhalt beitragen, einschließlich des Unterhalts für die Kinder.

Unterhalt: Wer zahlt was?

Ferner kann der sogenannte Versorgungsausgleich ausgeschlossen werden, also die Teilung der während der Ehe erworbenen Anwartschaften auf Rente oder Pension. Sogar nacheheliche Unterhaltsansprüche lassen sich per Ehevertrag regeln.

Allerdings haben die Gerichte schon in mehreren Entscheidungen festgestellt, dass entsprechende Ausschlussklauseln nicht in jedem Fall wirken. Etwa dann, wenn die geschiedene Frau ohne Unterhaltsansprüche mittellos dastünde und auf Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe angewiesen wäre. Oder dass der fehlende Versorgungsausgleich die während der Ehe geleistete Haus- und Kindererziehungsarbeit nur noch grob verfälscht wiedergeben würde.

Auch die Aufteilung des Hausrats oder der gemeinsam bewohnten Wohnung lässt sich vorher regeln, ebenso der Ehegatten-Unterhalt im Falle einer Trennung oder Scheidung.

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