Zeitung Heute : FARBENLEHRE Die Grünen

Sechs Variationen über eine Farbe. Denn kommenden Donnerstag werden die Grünen 25 Jahre alt. Eine alternative Seite zum Geburtstag

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RotGrün-Blindheit +++ grüner Daumen +++ über den grünen Klee loben +++ noch grün hinter den Ohren sein +++ Immergrün +++ jemandem nicht grün sein +++ grüne Minna +++ auf einen grünen Zweig kommen +++grün vor Neid +++ alles im grünen Bereich +++ das grüne Band der Sympathie +++ die grüne Fee +++es grünt so grün wenn Spaniens Blüten blühen +++ green mile +++ grüner wird’s nicht +++ auf der grünen Wiese +++ Nachbars Gras ist immer grüner +++ Grün, grün, grün sind alle meine Kleider, grün, grün, grün ist alles was ich hab, darum lieb ich alles was so grün ist: Weil mein Schatz ein Jägermeister ist +++ über die grüne Grenze flüchten +++ am grünen Tisch entscheiden +++ Gründonnerstag +++ Grünanlage +++ dasselbe in grün +++ gründlich recherchieren +++

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und Grün des Lebens goldner Baum,“ sagt Mephisto in „Faust“. Goethe hat sich 40 Jahre mit Farben und ihrer Wirkung auf den Menschen beschäftigt und hielt am Ende seine Farbenlehre für bedeutender als seine gesamten poetischen Texte. Eigentlich wollte er nur Isaac Newton eines auswischen, als er mit seinen Experimenten begann. Der hielt nämlich die Farbempfindung allein für abhängig von der Wellenlänge des Lichts. Unerklärlich blieben auf diese Weise Phänomene wie dieses: Wer länger auf einen roten Kreis guckt, und diesen dann entfernt, sieht vor seinem Auge einen grünen Kontrastkreis. Goethe interessierte auch die sinnlich-sittliche Wirkung der Farben, verantwortlich für die Stimmungen. Die Farbe Grün ordnen Goethe und Schiller in ihrer gemeinsam entwickelten „Temperamentenrose“ der Sinnlichkeit zu und dem Typus des Poeten, des Liebhabers und des Redners. Grün sei eine neutrale Farbe und habe eine beruhigende, ausgleichende Wirkung, denn es löse die widerstreitende Polarität des warmen Gelb und des kalten Blau in sich auf. ded

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