Zeitung Heute : Farbtupfer im winterlichen Garten

Mitte Februar beginnt die Blütezeit der Vorfrühlingsalpenveilchen – vorausgesetzt, es wird bald wärmer.

Erster Frühjahrsgruß. Alpenveilchen blühen schon von Mitte Februar an. Die Blüten der Sorte Cyclamen coum Rubrum sind schön gedreht. Foto: GMH/Christiane Bach
Erster Frühjahrsgruß. Alpenveilchen blühen schon von Mitte Februar an. Die Blüten der Sorte Cyclamen coum Rubrum sind schön...

Auch wenn es in diesen eisigen Tagen noch schwer vorstellbar sein mag: Bald beginnt die Blütezeit der Alpenveilchen – vorausgesetzt, die Temperaturen steigen wieder. Ab Mitte Februar können die ersten Alpenveilchen (Cyclamen coum) blühen – zu kaufen gibt es sie bereits jetzt. Die sogenannten Vorfrühlingsalpenveilchen gedeihen laut dem Zentralverband Gartenbau in Bonn gut an halbschattigen Plätzen und unter Laubgehölzen – Plätze, wo nur wenige andere Pflanzen zurechtkämen. Das Alpenveilchen vertrage aber die Konkurrenz mit anderen Wurzeln im Erdreich gut, weshalb ein bunter, ungefähr zehn Zentimeter hoher Blütenteppich dort erblühen kann.

In milden Wintern zeigen sich die Blüten bereits ab Mitte Februar. Sie können dabei von karminrot über rosa bis weiß variieren, haben aber stets ein dunkles Auge. Über Wochen hinweg breitet sich ein bunter, ungefähr zehn Zentimeter hoher Blütenteppich im halbschattigen Gehölzrand aus und lässt dadurch den Frühling schon erahnen. Die Blätter sind wie die Blüten sehr unterschiedlich. Das rundliche bis nierenförmige Laub ist einfarbig grün oder gefleckt mit glattem Saum. Die Sorte Cyclamen coum „Silver Leaf“ fällt mit ihrem fast vollständig silbrig gefärbten Blatt mit kleinem grünen Rand auf.

Wer sich die Vorfrühlingsblütenpracht in den Garten holen möchte, sollte darauf achten, nur Pflanzen aus Kulturbeständen zu kaufen. Cyclamen unterstehen dem Artenschutzgesetz und dürfen nicht aus Wildbeständen entnommen werden. Verbraucher können sichergehen, dass Cyclamen in Töpfen, die sie im Fachhandel kaufen, aus gärtnerischem Anbau stammen. Wer Wert auf bestimmte Blütenfarben legt, sollte ohnehin besser blühende Pflanzen im Topf kaufen. Eine gewisse Vorsicht ist vor manchem Werbeversprechen angebracht. Kältetolerante, hervorragend für Balkon und Terrasse geeignete, kleinblumige und über Wochen blühende Formen des Zimmeralpenveilchens werden schon mal als „frostfest“ verkauft. Diese Pflanzen vertragen bis etwa minus drei Grad Celsius.

Cyclamen kommen herum im Garten. Sie säen sich zum einen selbst aus; außerdem sorgen Ameisen dafür, dass die Samen an viele Stellen verschleppt werden. Die Pflanze nutzt dabei einen Trick, um sich effektiver ausbreiten zu können: Der Samen beinhaltet ein fressbares Anhängsel, das die Ameisen dazu veranlasst, die Samen zu transportieren. Dadurch keimen die Jungpflanzen oft weitab von der ursprünglichen Pflanzung. Manchmal gelangen sie dabei an die seltsamsten Orte. So kann es passieren, dass die strahlenden Blüten von Cyclamen coum völlig unerwartet auf einem modrigen Baumstumpf, einem Astloch, oder zwischen Pflastersteinen wachsen und Frühlingslaune verbreiten. Ein weiterer deutscher Name für Cyclamen ist übrigens „Saubrot“. Es weist darauf hin, dass die Knollen gerne von Wildschweinen ausgegraben und gefressen werden.dpa/Tsp

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