Fashion Week : Blogger in der ersten Reihe

Auf keinem anderen Weg gelangen Bilder und Eindrücke von Modenschauen so schnell in die Welt wie übers Internet.

Anne Sauer
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Mahret KupkaDoris Spiekermann-Klaas

Berlin„Dieses Jahr saßen viele Blogger in der ersten Reihe. Normalerweise werden wir da weggescheucht.“ Mahret Kupka, 28-jährige Kunstwissenschaftlerin und Modebloggerin stellt fest, dass Designer Respekt vor den Bloggern bekommen haben: Keiner kann so schnell das Gesehene in alle Welt verbreiten wie sie, die nur einige Minuten nach der Show in der Media-Lounge sitzen und ihre Bilder hochladen.

Solch eine Reportage fast in Echtzeit erreicht eine globale Fangemeinde; die Leser schreiben ihre ersten Kommentare lange, bevor irgendeine Zeitschrift oder ein Modemagazin in Druck geht. Das beginnt man auch in der Industrie zu begreifen: „Wenn man wirklich dranbleiben möchte, wirklich voraus sein möchte, dann muss man Modeblogs verfolgen. Blogger haben ein wahnsinniges Gespür für Trends, die irgendwann mal kommen werden“, sagt zum Beispiel Topmodel Eva Padberg auf dem Modeblog twoforfashion, den Mahret Kupka zusammen mit der New Yorker Kollegin Kathrin Leist bestückt.

„Mein Blick auf Mode ist durch vieles beeinflusst: Internet, Magazine, moderne Kunst – und natürlich die Shows, die ich besuche“, sagt Mahret Kupka. Seit drei Jahren betriebt sie ihren eigenen Blog F&ART, eine Mischung aus Mode und Kunst, persönlichem Online-Tagebuch und professioneller Recherche.

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1 von 9Foto: dpa
29.07.2009 08:29Boss Orange. Die jüngste Boss-Linie wirkt leicht unterkühlt. -


Jeden Monat ist sie unterwegs zu internationalen Modeveranstaltungen. „Die Berliner Fashion Week ist ein Highlight. Alles kommt dann in meine Heimatstadt – Designer, Blogger, Modejournalisten – das hat etwas von einem Klassentreffen.“ Seit Mittwoch pendelt sie zwischen den Shows der Fashion Week, Showrooms, der Bread & Butter in Tempelhof, Bloggertreffen, einem Symposium, dem Modefestival Wedding Dress, Partys und ihrem Büro in Mitte.

Zwischendurch führt sie Interviews und macht Fotos für ihre Blogs und die Magazine, für die sie schreibt. Zuerst trifft sie Topmodel Julia Stegner auf dem Dach des Hotel de Rome, mit den südafrikanischen Designern Daniça Lepen und Jacques van der Watt vom Label „Black Coffee“ plaudert sie backstage. Sie kennt fast jeden der Türsteher und Platzanweiser – sehr praktisch, wenn man Zugang zum Backstage-Bereich braucht. Das ist selbst mit Anmeldung nicht immer einfach.

Immer die Videokamera und den Fotoapparat im Anschlag, hält Mahret Ausschau nach interessanten Gesichtern. Mit den anderen Modebloggerinnen steht sie nach der Show auf dem Bebelplatz und tauscht Eindrücke aus. Netzwerke und Kontakte sind in der Bloggerszene das Wichtigste.

Im Netz ist Mahret Kupkas Blog unter fartguide.blogspot.de zu finden. 

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