Zeitung Heute : Felix, Lotte, Peter: Esel-Romantik auf der Wartburg

Deutschlands berühmteste Esel sind auf der Wartburg nach langer Winterpause in die 100. Saison gestartet. Seit 1900 tragen die Grautiere Besucher zur sagenumwobenen Feste hoch über der alten Residenzstadt Eisenach. Felix, Lotte, Peter und die anderen zehn Vierbeiner werden bis zum Herbst bis zu 15 Mal täglich den 300 Meter langen Eselspfad mit ihren bis zu 60 Kilogramm schweren Reitern erklimmen. Rund eine Viertelstunde dauert es, bis die 100 Meter Höhenunterschied überwunden sind.

Seit 24 Jahren ist Jörgen Hölzer Chef der Eselstation, die seit ihrer Gründung 1900 in Familienbesitz ist. Er und Sohn Michael führen das Geschäft.

Die Esel brachten 1900 die Touristen bis zum Droschkenhalteplatz und weiter bis zur Zugbrücke direkt an die Burg. Das Geschäft florierte, die Esel waren als Attraktion vom Nationalheiligtum Wartburg nicht mehr wegzudenken. In Rechnungsbüchern können Eseltreiber bis in das Jahr 1487 zurückverfolgt werden.

Seit 1985 gehen die Tiere einen neuen Pfad. Bis dahin mussten sich die treuen Helfer einen Weg mit Kutschen und später mit Autos teilen. In der DDR ritten 30 000 Wartburgbesucher pro Saison nach oben - jetzt sind es noch 10 000. Zahlreiche Postkarten von Eselfreunden aus aller Welt hängen im Kassenhäuschen von Jörgen Hölzer. Noch fünf Jahre will der gelernte Betriebsschlosser die Station leiten und sie dann Sohn Michael übergeben.

Durchschnittlich 25 Jahre leisten die Esel ihren Dienst. Danach bekommen sie ihr Gnadenbrot.

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