Zeitung Heute : Fenchel

Von Kurt Jäger

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Das ist schön als kleines Zwischengericht oder Beilage. Für vier Personen braucht man vier mittelgroße Knollen. Das äußerste Blatt muss man immer wegschneiden, weil es selten frisch ist. Und den Strunk unten kappen, aber nicht wegschneiden, so dass die Blätter nicht zerfallen, und die Stiele aufheben. Den Fenchel senkrecht in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden, in einem breiten Topf ein bisschen Butter mit Olivenöl zusammen mit den Stielen portionsweise leicht anbraten, aber nicht zu heiß. Dann das ganze Gemüse zurück in den Topf, grobes Meersalz drüber, einen Apfel, einen säuerlichen wie Boskop, mit Schale in Scheiben geschnitten dazu und eine Prise Anis. Das lösche ich mit einem Mokkatässchen Holunderblütensaft ab, Deckel drauf, fertig. Nach drei, vier Minuten Deckel weg, dann lässt man das kurz offen weiterblubbern, so dass eine sämige Soße entsteht. Das Gemüse sollte nicht mehr zu knackig sein, so, dass es sich leicht durchschneiden läßt. Man kann auch den Fenchel schon auf die vorgewärmten Teller legen, die Sauce noch mal aufkochen und reduzieren, eine Flocke Butter rein zum Binden und dann drüberträufeln. Ein würziges OlivenCiabatta dazu ist klasse. Statt Holundersaft kann man auch gut Orangensaft nehmen. Aber dann keinen Anis dazu, sondern eine zerdrückte Kaffeebohne oder Safran. Das Gericht schmeckt aufgewärmt besonders gut.

Kurt Jäger befindet sich zur Zeit auf kulinarischer Europareise

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