Zeitung Heute : Ferien vorbei – jetzt beginnt die Schulreform Keine neuen Klassen

an Berlins Hauptschulen

Berlin - Berlin setzt mit dem Schulbeginn am heutigen Montag die größte Bildungsreform der vergangenen Jahrzehnte um: Die neuen Sekundarschulen treten an die Stelle der bisherigen Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Während in zwei Bezirken noch letztmalig einzelne Real- und Gesamtschulklassen aufgemacht werden, nehmen die Hauptschulen keine neuen Kinder mehr auf.

„Die alte Dreigliedrigkeit des Bildungssystems steht für Trennung von Schülergruppen. Sie nimmt jungen Menschen Chancen auf ihrem Weg ins Leben“, rechtfertigte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) das Schulsystems mit Sekundarschulen und Gymnasien. Dieser Wechsel stehe „in vielen Bundesländern berechtigterweise auf der Agenda“.

Eine einschneidende Änderung kommt auch auf die Gymnasien zu: Bei ihnen entfällt erstmals die Orientierungsphase in der elften Klasse. Damit ist der Weg frei für das erste flächendeckende Abitur nach zwölf Jahren. Eine weitere Neuerung betrifft die Aufnahme der Schüler an weiterführenden Schulen: Wenn es weniger Plätze als Anmeldungen gibt, wird rund ein Drittel der Plätze verlost. Die übrigen Kapazitäten kann die Schule nach eigenen Kriterien vergeben.

Unruhe herrscht an den Schulen allerdings nicht nur wegen der Reformen, sondern auch wegen der Lehrerausstattung. Viele Schulleiter beklagen unbesetzte Stellen. Wie brisant die Lage tatsächlich ist, lässt sich allerdings erst nach Schulbeginn in den nächsten Tagen sagen. sve

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