Ferientipps : Pippi, Ronja und die eckigen Seifenblasen

Wer in den Sommerferien in Berlin bleibt, muss sich noch lange nicht zu Hause langweilen.

Rita Nikolow Kira Bernuth
Ferientipps
Im Potsdamer Exploratorium werden Kinder in den Sommerferien zu Wissenschaftlern. -Foto: Thilo Rückeis

„Trevlig semester“ ist Schwedisch und heißt auf Deutsch: schöne Ferien. Diesen Satz kann man auch dann gut gebrauchen, wenn man in diesem Sommer nicht nach Schweden fährt, sondern zu Hause bleibt und das FEZ in der Wuhlheide besucht. Dort geht es in den Sommerferien um die Figuren, die sich die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren ausgedacht hat: Im Wald von Ronja Räubertochter können die Besucher die Mattisburg aufbauen, sich mit Pippi Langstrumpf im Taka-Tuka-Land vergnügen, oder auf der Hoppetosse Piraten- und Seemanstricks erlernen.

Auf eine Reise in die Zeit der Ritter und Burgfräulein lädt das Jugendzentrum PallasT in Schöneberg ein: Im Juli ist ein Workshop zum mittelalterlichen Kleiderbasteln im Angebot. Jungen können sich eine Rüstung basteln und die Kleidung für die Mädchen steht unter dem Motto: „Flitter, Flatter, Leinenkleid“. Anfang August geht es dann um die fantasievollen Geschichten von Till Eulenspiegel, die in einem Theaterworkshop auf die Bühne gebracht werden.

Auch in der Bildungsstätte Klax können Kinder eine Woche lang alles rund ums Thema Theater ausprobieren. Das heißt nicht nur Text auswendig lernen und Kostüme anziehen sondern noch viel mehr: Die Geschichte um Mephisto, einen teuflischen Geist, denken sich die Kinder aus. Auch die Requisiten aus Brettern und Tüchern basteln sie selbst. Am Ende der Woche kommen Eltern, Freunde und Verwandte und können den kleinen Schauspielern auf der Bühne zujubeln.

Wer im Sommer lieber den ganzen Tag in der Natur auf Sommerwiesen und an kühlen Seen verbringen möchte, der sollte das Ökowerk am Teufelssee besuchen. Dort gibt es sieben Teiche mit Schlangen, Fröschen und Posthornschnecken – und noch viel mehr Tieren. Nur die kann man mit dem bloßem Auge nicht sehen. Doch unter dem Mikroskop fangen die Wassertropfen auf einmal an zu leben: Ruderfußkrebs, Rüsselwasserfloh und Muschelkrebs lassen sich unter dem Objektiv beobachten. Wem die unsichtbaren Tiere ein wenig unheimlich sind, kann sich mit einer Lupe ausgerüstet auf Entdeckungstour begeben: Im Garten lassen sich zwischen Grashalmen und Blütenblättern Käfer und Schnecken beobachten

Gräser und Blüten sehen nicht nur auf einer Sommerwiese schön aus - mit ihnen kann man auch Farbe auf T-Shirts, Röcke und Blusen bringen. Der Garten des Ökowerks verwandelt sich am 19. Juli in eine Färberei, damit alle jungen und alten Experimentierfreudigen ausprobieren können , wie man mit Pflanzen und Gewürzen auf Seidentücher und Federmappen mit selbst gemachter Farbe bunte Muster zaubert.

Eine noch ältere Art der Kleiderherstellung kann man im Filzworkshop kennenlernen. Es entstehen zwar keine Filzkleider, aber wie wäre es mit einem Hut oder einer Tasche? Neulinge beim Filzen können mit kleinen Bällen und Armbändern anfangen. Noch eine alte Handwerksmethode kann man am 23. August im Ökowerk ausprobieren. Beim Lehmworkshop kann man lernen, was man machen muss, damit die klebrig-krümelige Erde zusammenhält und zu einer ganzen Wand zusammengefügt werden kann.

Mit Ton macht man fast dasselbe wie mit Lehm, nur in kleinerer Form. Das können Kinder in der Töpferwerkstatt entdecken: Auf einer sich drehenden Töpferscheibe entsteht aus einem Klumpen eine Tasse, ein Teller oder eine Schüssel.

Noch mehr Experimente mit scheinbar sehr flüchtiger Materie warten im Exploratorium Potsdam auf junge Wissenschaftler. Hier werden Fragen rund um das Thema Seifenblasen beantwortet: Was haben Seifenblasen mit der Müllabfuhr zu tun? Wie können aus Seifenblasen Häuser entstehen? Müssen Seifenblasen eigentlich immer rund sein? In einer halben Stunde finden die kleinen und großen Besucher heraus, warum Seifenblasen immer irgendwann platzen und warum sie in allen Farben glänzen. Ganz nebenbei erfährt man , wieso die Elefanten in Afrika so große Ohren haben und Pinguine in der Antarktis klein und rund sind.

Für Entdecker und Abenteurer warten knifflige Aufgaben bei den Science Camps: Wie baut man ein Boot, wenn man auf einer einsamen Insel strandet? Wie weiß man, welche Pflanzen man essen kann und welche nicht? Was macht man, um mitten in der Wildnis einen breiten Bach zu überwinden? Die jungen Entdecker stromern einen Tag lang durch die Natur und sehen und verstehen viele spannende Dinge: Was können Bäume über die Himmelsrichtung sagen? Wie baut man einen Kompass selber und wie funktioniert der überhaupt? Wenn das Wetter mal nicht so gut ist, wartet immer noch die Erfinderwerkstatt; dort kann man aus alten Kassettenrekordern, Computern und Fernsehern eigene, neue Geräte bauen.

Forscher und Entdecker der Vergangenheit können im Pergamonmuseum 1200 Jahre zurück reisen. Die jungen Wissenschaftler lernen alles über Ausgrabungen und die Arbeit eines Archäologen. Bei einer Schatzsuche durch das Museum probieren sich die jungen Forscher selber als Archäologen aus: Sie dokumentieren und zeichnen eines der ausgestellten Fundstücke – genau wie es ihre großen Kollegen tun würden. Das Ferienprogramm der Staatlichen Museen hat noch sehr viel mehr zu bieten: Kinder können sich in diesem Sommer auch als Maler, Mosaikleger, Bildhauer, König oder Prinzessin versuchen.

Wer ein bisschen mehr Fernweh hat, kann im Juli und August übrigens auch nach Japan reisen – ohne aus Berlin herauszufahren. Im Japan-Shop in Steglitz gibt es täglich „Japanische Sommerferien“, bei denen es vor allem ums Mitmachen geht: Und wenn die Mangas gezeichnet und die Origami-Figuren gefaltet sind, will Ladenbesitzer Christian Wagner den jungen Besuchern auch ein paar historische Kenntnisse über sein Lieblingsland vermitteln. Zum Beispiel darüber, dass es Mangas bereits im 12. Jahrhundert gegeben hat: auf Bildrollen.

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