Zeitung Heute : Fernsehen: Möglichst ohne lästige Werbepausen

Kurt Sagatz

Videofilme vom Fernseher ohne Werbepausen aufnehmen zu können, dieses Ziel ist jetzt durch einen neuen Online-Service möglich geworden. Der Düsseldorfer Internet-Dienst TVinfo bietet eine Lösung namens "Ad-Killer" an, bei der mit Hilfe eines Internet-PCs der Videorekorder so gesteuert wird, dass die Aufnahme bei jeder Werbeunterbrechung unterbrochen wird, sagte Gründer und Geschäftsführer von TVinfo, Michael Schanz gegenüber dem Tagesspiegel. An den PC wird dazu ein Infrarotsender angeschlossen, der aus dem Computer eine Art TV-Fernbedienung macht. Da hierfür die vorhandene serielle Schnittstelle genutzt wird, sind keinerlei komplizierte Eingriffe in die Hardware notwendig. Der Computer muss nicht einmal im gleichen Zimmer stehen, ein handelsübliches Verlängerungskabel für Telefone reicht zur Überbrückung der Distanz aus.

Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen zur Vermeidung von Werbe-Unterbrechungen setzt TVinfo nicht allein auf Technik, sondern auf den Menschen. Rund um die Uhr überwacht die Mannschaft des Online-Dienstes die Programme der großen privaten TV-Sender (Filme im öffentlich-rechtlichen Programm laufen ohne Werbung) und drückt jedes Mal auf den Knopf, wenn die störenden Werbeinblendungen auf dem TV-Bildschirm erscheinen. Dieses Stopp-Signal wird über das Internet ausgestrahlt und steuert so - über den PC mit dem Infrarot-Sender - die Videorekorder.

Um die Steuersignale zu empfangen, muss der Nutzer allerdings entweder über eine ständige Internet-Verbindung wie bei einer Flatrate verfügen oder das mitgelieferte Programm so einstellen, dass es sich in festen Zeitabständen ins Internet einwählt, um die aktuellen Werbe-Informationen von TVinfo herunter zu laden.

Zum Nulltarif gibt es somit den Luxus von werbefreien Videoaufzeichnungen nicht ganz. Dafür wird die notwendige Ausstattung aus Infrarot-Modul und Software derzeit noch nahezu umsonst angeboten. Mit fünf Mark ist man bei dem vom Internet-Provider Tiscali gesponserten Angebot (das erst einmal bis Ende des Jahres gilt) dabei, ansonsten werden für die Ausstattung 100 Mark fällig.

Dass die Zahl der potenziellen Kunden beschränkt bleibt, ist Michael Schanz dennoch klar. "Unsere Lösung richtet sich eindeutig an ein technik-affines Publikum, dass auch den Aufwand für die Konfiguration des Systems nicht scheut", so der TVinfo-Gründer. Schließlich fällt es den meisten Menschen schon schwer genug, ihren Videorekorder auf die herkömmliche Weise zu programmieren.

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