Zeitung Heute : Fester Tritt in jedem Zimmer

Fliesenböden sind robust und barrierefrei.

Stephanie Hoenig (dpa)

Fliesen sind der Klassiker für Bad und Küche. „Doch diese begrenzte Sicht hat sich erweitert“, sagt Jens-Uwe Fellhauer, Geschäftsführer des Industrieverbandes Keramische Platte + Fliese in Berlin. Immer häufiger werden Fliesen auch durchgängig verlegt, vom Wohn- bis zum Schlafzimmer. Denn Fliesenböden ohne Schwellen und Stufen sind ein Vorteil beim barrierefreien Bauen. Und sie können sie jahrzehntelang halten.

Für die Fliesenherstellung werden vor allem Ton, Talkum, Kaolin, Kreide, Quarz und Feldspat verwendet. Für Wandfliesen eignen sich Kaolintone aus England, der Türkei, Tschechien oder Griechenland. Gebrannt entstehen aus ihnen reinweiße Scherben, sagt Robert Raschke, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Darauf wirke die Farbe der Oberflächenglasur wesentlich gleichmäßiger.

Steingutfliesen werden wegen ihrer Eigenschaften gerne für Wände verwendet. Sie seien leichter, sagt Fellhauer. Außerdem können sie beim Verlegen einfacher zugeschnitten werden und eignen sich für Dekor-und Glasureffekte.

Bei glasierten Steinzeugfliesen, die vor allem für Bodenbeläge verwendet werden, muss auf die Beständigkeit geachtet werden. Diese wird in fünf Abriebgruppen kategorisiert. Für Schlaf- und Wohnzimmer hält Fellhauer die Abriebgruppe 3 und höher für ausreichend. In stärker beanspruchten Bereichen wie Küchen, Flur, Dielen und auf Terrassen eigneten sich eher Fliesen der Abriebgruppe 4 oder höher.

Eine mediterrane Atmosphäre schaffen Böden aus Terrakotta. Solche Fliesen gibt es für Innenräume und als frostfeste Variante für den Außenbereich. „Die Frostfestigkeit lässt sich erreichen, indem der Ton mit höheren Temperaturen gebrannt wird und der im Material enthaltene Sand schmilzt – so kann Wasser kaum mehr in die Tonfliese eindringen“, sagt Michael Pommer von der DIY-Academy. Für Innenräume müssen die Fliesen imprägniert werden, da sonst Schmutz und Fett eindringen.

Vor allem im Badezimmer ist Sicherheit wichtig. Rund 250 000 Menschen verunglücken laut der Aktion Das sichere Haus in Deutschland jedes Jahr im Bad. „Ausrutschen in Dusche und Badewanne oder auf glatten, feuchten Fliesen zählen zu den häufigsten Unfallarten“, sagt Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion. Mehr Sicherheit lässt sich durch kleine Fliesen mit hohem Fugenanteil erreichen. Auch der Einsatz von rutschhemmenden Fliesen sei im Bad sinnvoll.

An nackten Füßen fühlen sich Fliesen oft kalt an. „Wegen ihrer hervorragenden Wärmeleit- und Speicherfähigkeit eignen sich Fliesen aber im Wohnbereich besonders in Kombination mit einer Fußbodenheizung“, sagt Fellhauer. Dank der guten Wärmeleitung benötige die Fußbodenheizung weniger Energie, da sie mit einer geringeren Vorlauftemperatur auskomme. Im Sommer lasse sich damit der Boden – und so das Zimmer – auch kühlen.Stephanie Hoenig (dpa)

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