FESTIVALPopdeurope.08 : Spiel ohne Grenzen

Jörg W er

Mitten im Berliner Schulferien-Sommerloch ist Popdeurope für Vergnügungssuchende in Sachen Popkonzerte regelmäßig die letzte Rettung: Wie in den letzten Jahren ist das zweiwöchige Festival heuer wieder mit ebenso hochkarätigen wie heterogenen Live-Acts gespickt. So ist der Eröffnungsabend (Sa, ab 20 Uhr) schon vor der Hauptband mit der liberianisch-deutschen Reggae-Sängerin Zoe, den spanischen Globalista-Poppern Amparanoia und DubXanne, die Police-Klassiker wie „Can’t stand losing you“ oder „Message in a Bottle“ in atmosphärisch verdichteten Dub-Versionen interpretieren, exquisit besetzt. Richtig ins Wanken gerät das festgefügte System stilistischer Zuordnungen dann mit dem Massilia Sound System, die dem kosmopolitischen Culture-Clash ihrer Heimatstadt Marseille mittels furchtloser Piratenzüge durch die Gefilde von Rap, Reggae, Rock, Raggamuffin und allem anderen einen spezifischen Sound verleihen. Eine der besten Konzertbands Frankreichs!

Ebenfalls aus der Mittelmeer-Metropole stammt Soha, die in ihren Songs die Quersumme aus Funk, Soul und Chanson zieht, während sich Laura López Castro durch Triphop-verwandte Klanglandschaften bewegt. Später am Abend gibt’s dann noch mehr Gegensätzliches: Chambao aus dem südspanischen Malaga spielen „Flamenco Chill“ (Di, ab 20 Uhr).

Danach geht es Schlag auf Schlag: Deutschrap-Duelle mit Dendemann und den Ohrbooten (2.8.), die Mexico-Superstars Panteón Rococó (5.8.) und zum krönenden Abschluss die ganz große Groove-Coolness der Stereo MCs (12.8.). Doch davon in den nächsten Ticket-Ausgaben mehr.Jörg Wunder

Arena Berlin, Sa 26.7. bis Sa 10.8., ab 18 €,

Programm unter www.popdeurope.de

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