FESTIVALWassermusik 2013 : Der schallende Ozean

Das Meer ist die perfekte Metapher für grenzenlose Multikulturalität, denn es verbindet verschiedenste Länder miteinander. Logisch, dass das „Wassermusik“-Festival mit dem Namen des größten Meeres überhaupt betitelt wurde: „Der neue Pazifik“. Die Künstler des Crossover-Events stammen von den pazifischen Küsten Amerikas und Asiens. Vom Namen der Eröffnungsband am Donnerstag sollte man sich nicht abschrecken lassen: Das namensgebende Dengue Fever (Foto) fing sich ein Mitreisender des Sängers Zac Holtzman bei einem Kambodscha-Trip ein, während ihn selbst der Virus des lokalen „Khmer-Pops“ der siebziger Jahre erwischte, den die Band aus Los Angeles in der Folge mit Indie-Rock verschmolz. Für infektiöse Grooves sorgt vor allem die kambodschanische Sängerin Chhom Nimol, die zuvor für das Königshaus ihres Landes gesungen hatte. Am selben Abend gilt es mit Julieta Venegas zudem einen mexikanischen Superstar zu entdecken: So in etwa könnte es klingen, wenn Suzanne Vega zusammen mit David Bowie in einer Mariachi-Band spielen würde.

Headliner am Freitag sind Novalima, deren afro- peruanischer Elektro im Soundtrack des Mexploitation-Films „Machete“ zu hören war. Das Multimedia-Tanz-Musik-und-überhaupt-Spektakel des 30- köpfigen Shibuza Shirazu Orchestra aus Japan lässt den Besuchern am Sonntag hoffentlich noch Atem für die Wunder des Wassermarktes: Mexikanisches Design, australische Düfte, chilenisches Essen und Mangas aus der Neo-Tokyo-Szene sind hier einträchtig vereint. Auch wenn der „Stille Ozean“ nie wirklich still war – so laut und bunt wie derzeit in Berlin ist er nirgendwo sonst. Erik Wenk

Haus der Kulturen der Welt, Do 18.7., 19 Uhr, 15/ 12 €, Fr 19.7., 19 Uhr, 12/8 €, So 21.7., 19 Uhr, 13/10 €

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