Zeitung Heute : Festnahmen nach Anschlag in der Türkei Attentäter sollen in Assads Auftrag gehandelt haben

Istanbul - Nach dem Tod von 46 Menschen bei dem Autobombenanschlag in der türkischen Stadt Reyhanli an der Grenze zu Syrien hat die Polizei neun Verdächtige festgenommen. Alle Beschuldigten sind türkische Staatsbürger, die das Verbrechen mit Unterstützung des syrischen Geheimdienstes begangen haben sollen. Als Tatmotiv vermutet die Türkei einen Versuch Syriens, religiöse Spannungen zwischen Sunniten und Alawiten anzuheizen, was von Damaskus zurückgewiesen wurde. Bei dem Doppelanschlag wurden auch etwa 140 Menschen verletzt. Obwohl die türkische Armee Verstärkung in das Grenzgebiet schickte, plant der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan offenbar keine schnellen Vergeltungsaktionen in Syrien: Die Türkei werde sich nicht in den „blutigen Sumpf“ des Bürgerkrieges beim Nachbarn ziehen lassen, sondern müsse mit kühlem Kopf reagieren, sagte er. Die Bevölkerung rief er zur Wachsamkeit auf. Sie solle gelassen auf syrische „Provokationen“ reagieren.

Außenminister Ahmet Davutoglu forderte nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle am Sonntag in Berlin, die internationale Gemeinschaft müsse angesichts der Verbrechen des syrischen Regimes endlich zu einer einheitlichen Linie finden. Westerwelle erklärte, Deutschland stehe in dieser „schweren Stunde“ fest an der Seite der Türkei.

In dem mehr als zwei Jahre andauernden Syrien-Konflikt sind nach Angaben von Aktivisten inzwischen mehr als 80 000 Menschen getötet worden. Fast die Hälfte seien Zivilisten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Knapp 4800 der zivilen Opfer seien Kinder, mehr als 3000 seien Frauen. Die Vereinten Nationen sprachen bisher von mehr als 70 000 Todesopfern. sei

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