Zeitung Heute : Fidel in den Lauben von „Sonne 08“

Die ersten Badegäste gründeten einen Verein

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Sie fingen an als „Club fideler Sonnenbrüder“. So nannte sich die Gruppe, meist Arbeiter aus den Mietskasernen der Innenstadt, die sich am Wochenende am Wannsee traf. Einige von ihnen, darunter Hermann Clajus, waren schon hier, als das Baden noch verboten war. Aus der Gruppe wurde ein Verein mit Satzung, Vorstand und Kassenwart.

Das freie Baden am Wannsee war nullkommanichts zur Volksbewegung geworden. Zehntausende strömten an den Wochenenden hierher, was zu teils chaotischen Zuständen führte. Hermann Clajus und seine Sonnenbrüder erklärten sich früh bereit, ordnend einzugreifen: an den Garderoben, als Rettungsschwimmer, als Eintrittskartenverkäufer. Im Gegenzug für ihre Hilfe erhielten die Vereine das Recht, zunächst Zelte und später kleine Lauben am Wannsee zu errichten.

Mittlerweile heißt der Verein „Sonne 08“ und die Jahreszahl deutet darauf hin, dass bei dem Verein im nächsten Jahr ein großes Jubiläum ansteht. Ihre freiwilligen Hilfsdienste haben die Mitglieder zwar schon in den 20er Jahren eingestellt, als das Bad in städtische Regie überging und Hermann Clajus erster Strandbaddirektor wurde, aber ihre Lauben gibt es noch heute. Einige sind so alt wie der Verein selbst.

Ein weiterer Verein, die Wannseeaten, mussten 1929 ihren Platz am Strand wegen des Ausbaus des Bades räumen. Ihre Lauben stehen jetzt in Spandau. oew

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