Zeitung Heute : Film ab!

Die Lichtspielhäuser im Berliner Norden sind zwar rar gesät, aber sie bieten für jeden Geschmack das richtige Angebot und Ambiente

Kerstin Heidecke

Der erste Eindruck: Das Cinestar Tegel ist Geschmackssache. Zwischen den roten Backsteingebäuden der Borsigwerke erhebt sich der futuristische Stahl-Glasbau des Kinos, gekrönt von einer geschwungenen Dachkonstruktion. Ein bisschen kühl und ziemlich riesig. So sieht’s auch im Foyer aus. Im ersten Geschoss befinden sich die Kassen und eine kleine Cocktailbar. Gleich daneben Treppe und Rolltreppe – so verströmt das Ganze den Charme einer Bahnhofshalle. Immerhin hängen ein paar alte Filmfotos an den Wänden. Die Snackverkaufstheken sind vom vorwiegend jungen Publikum gut frequentiert. Technisch ist an den neun Sälen nichts auszusetzen, sie verfügen über die modernen Tonsysteme Dolby Digital, SDDS und DTS. Und wenn man mal einen langweiligen Film erwischt hat, gelangt man vom Kino gleich zur Shopping-Mall der Borsighallen.

Zwischen den Hochhausbauten des Märkischen Viertels findet man das Manhattan. Es liegt im Märkischen Zentrum, das heißt eigentlich davor. Rechts vor dem Haupteingang des Centers gibt es – hinter drei Bankfilialen – eine unauffällige Tür, darüber schlicht die Leuchtschrift „Kino“. Über zwei Stockwerke eines Treppenhauses erreicht man das geräumige Foyer. Mit Caféhausbestuhlung, karamellfarbenen Fliesen und hellgelben Wänden wirkt es leidlich einladend. Es gibt Knabberzeug, Getränke und Popcorn. In den drei Sälen sitzt man bequem mit ausreichender Beinfreiheit. Durch die Abstufung in jeder dritten Reihe haben Besucher von allen Plätzen gute Sicht. Die drei Säle haben moderne Soundanlagen.

Kino gibt’s in Reinickendorf aber nicht nur im Kino. Das Kulturhaus LabSaal des Vereins „Natur & Kultur“ präsentiert einmal im Monat das Montagskino. Der Weg lohnt sich – schon wegen des aufwendig restaurierten Saales im Alten Dorfkrug Lübars. Ausgewählt werden Spielfilme und Dokumentationen, die sich besonderen gesellschaftlichen Themen widmen.

Ganz unter sich ist man im Autokino Reinickendorf. Es liegt im hinteren Teil des Festplatzes am Kurt-Schumacher-Damm 207. Durch die Windschutzscheibe blickt man auf die Leinwand, der Ton kommt über eine Radiofrequenz direkt ins Auto. Testen konnten wir es leider nicht – die Saison beginnt erst im Mai.

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