FILM ZUR KULTSERIE„Sex and the City“ : Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Frederik Hanssen

Sex is back: Carrie, Miranda, Charlotte und Samantha, die in der Kult-TV- Serie „Sex and the City“ versuchen, ein Leben als finanziell unabhängige, freizügige, selbstbewusste Frauen zu führen und doch nach den strengen US-amerikanischen Dating-Regeln irgendwie noch unter die Haube zu kommen. „Gemeinsam repräsentieren wir die perfekte Frau“, hat Sarah Jessica Parker gerade in einem Interview gesagt. Diese Quadrupelpersönlichkeit möchte man lieber nicht kennenlernen!

Stattdessen wollen die Fans der Serie natürlich wissen, wie es mit den vier Einzelschicksalen weitergeht: Ja, Mr. Big ist fest entschlossen, seinem „You are the one!“ Taten folgen zu lassen. Ja, er will mit Carrie in ein poshes Penthouse mit Central-Park-Blick ziehen – und er schenkt ihr zur Verlobung tatsächlich den gigantischen, begehbaren Schuh- und Kleiderschrank, den sie sich wünscht.

Miranda und Steve dagegen versuchen, in ihrem Brooklyn-Reihenhäuschen glücklich zu werden, stellen sich dem Stress der Zwei-Fulltimejobs-ein- Kind-Familie, bis Steve ein Fehltritt passiert. Charlotte dagegen wird geradezu vom Glück verfolgt: Kaum hat sich ihr chinesisches Adoptiv-Kind an der Park Avenue eingewöhnt, wird sie auch noch „richtig“ schwanger. Und Samantha? Ihren Lover Smith Jerrod hat sie in Hollywood untergebracht, ist ihm als seine Managerin sogar an die Westküste gefolgt, hat Dollars ohne Ende. Und ein suboptimales Sexleben.

Zweieinhalb Stunden „Sex and the City – The Movie“, das entspricht fünf Folgen – und somit der Länge eines Serien-Junkie-DVD-Abends. Natürlich ist im Film alles noch eine Nummer größer: mehr Gucci, Dior, Westwood, highest Heels, Megaflachbildschirme in Luxusapartments. Die Stadt New York allerdings, in der Serie immer die fünfte im Bunde, spielt jetzt nur noch eine Nebenrolle. Wenn aber die Handlung ganz auf die Paar-Konflikte fokussiert ist, geht die metropolitane Coolness flöten, für die man diese Serie lieben kann. Zumal auch die Dialoge im Vergleich mit der politisch wunderbar unkorrekten HBO-Serie durchgängig sehr brav bleiben. Wer die Vorgeschichte des Quartetts also nicht kennt, wird diesen Film wohl für eine typische überdrehte US-Komödie halten. Und vielleicht hat er da gar nicht so unrecht. Ein Muss für Fans. Aber nur für die. Frederik Hanssen

„Sex and the City – The Movie“, USA 2008,

145 Min., R: Michael Patrick King, D: Sarah Jessica Parker, Kim Cattrall, Cynthia Nixon, Kristin Davis

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