Filmkritik : Master of the Universe

In Marc Bauders Dokumentation "Master of the Universe" bleibt das Gefühl der Oberflächlichkeit - auch weil der Regisseur dafür nur einen aussagebereiten Banker gefunden hat. Eine Kritik.

MASTER OF THE UNIVERSE Regie: Marc Bauder
MASTER OF THE UNIVERSE Regie: Marc BauderFoto: dpa

In Dokumentarfilmen zur Finanzkrise kommen die Spekulanten eher selten zu Wort. Ein Grund dafür ist die notorische Öffentlichkeitsscheu unter ehemaligen Bankern. Deshalb hatte Filmregisseur Andres Veiel die Aussagen von 20 Ex-Managern anonymisiert auf die Theaterbühne gebracht. Auch Marc Bauder (Das System) fand für seinen Film trotz langer Recherchen nur eine aussagebereite Person im Gewerbe: den ehemaligen Investmentbanker Rainer Voss, der jetzt als einziger Protagonist fungiert.

Zur Kompensation macht Voss ein verlassenes Gebäude im Frankfurter Bankenzentrum zum aussagekräftigen Akteur seines Filmes. Ein Gefühl der Oberflächlichkeit bleibt bei der eindimensionalen One-Man-Show dennoch. Und die Suggestion, nur Insiderwissen könne zur Erhellung des Finanzsektors beitragen, gibt dessen weiterer Mystifizierung Raum.

D/A 2013, 95 Min., Regie: Marc Bauder

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