Zeitung Heute : Finanzchefin für den BER gefunden

Heike Fölster war früher am Hamburger Airport / Stufenweise Öffnung möglich / Tegel länger in Betrieb?

Berlin - Der Berliner Hauptstadt-Airport unter Vorstandschef Hartmut Mehdorn erhält eine Finanzgeschäftsführerin. Nach Tagesspiegel-Informationen soll den neuen Posten Heike Fölster, früher Finanzchefin des Hamburger Flughafens, übernehmen. Die Personalie wird noch nicht bestätigt, soll aber in Kürze besiegelt werden. Bislang hat der Flughafen unter Vorstandschef Hartmut Mehdorn mit Horst Amann lediglich einen Technik- Chef. BER-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) sagte dazu: „Ich bleibe dabei, ein bisschen Weiblichkeit kann der Geschäftsführung guttun.“

Platzeck gab nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag zudem zwei weitere Personalien bekannt: Der frühere Betriebsleiter des Flughafens Tegel, Elmar Kleinert, werde künftig wieder den Betrieb in Tegel sowie am alten Flughafen Schönefeld leiten, sagte Platzeck. Im Aufsichtsrat wird den vakanten Brandenburger Posten der Chef der Cottbuser Industrie- und Handelskammer, Wolfgang Krüger, übernehmen.

Hartmut Mehdorn schloss eine stufenweise Eröffnung des BER nicht aus. Einer zügigen Inbetriebnahme des BER muss sich laut Mehdorn alles andere unterordnen. „Wir geben jetzt Gas“, kündigte er an. Mehdorn deutete zudem an, dass er auch mit einer BER-Eröffnung ohne vorher sanierte nördliche Start- und Landebahn und ohne Kapazitätserweiterungen leben könne. Er sei dabei, für die entscheidenden nächsten sechs bis acht Monate sein „Sprint“-Team zusammenzustellen, dem nach Möglichkeit externe Spezialisten aus dem gefeuerten Planungsbüro des Architekten Meinhard von Gerkan gmp, der den Flughafen entworfen hatte, oder etwa von Siemens angehören sollen. Auch Hany Azer, der bereits beim Hauptbahnhof half, werde eingebunden, bestätigte Mehdorn. Es werde jeweils Verantwortliche geben, etwa für Ostpier, Bahnhof oder Gepäckbänder.

Auch in Finanzfragen hat sich Mehdorn festgelegt. Er rechnet nicht mit weiteren Zuschüsse seitens der Gesellschafter in diesem Jahr. Von den bereits bewilligten Zusatzmitteln in Höhe von 1,2 Milliarden Euro würden in diesem Jahr nur 650 Millionen abgerufen. Der Rest werde dann 2014 relevant.

Weiter Dissens gibt es um die künftige Rolle des Flughafens Tegel. Zwar zeigte sich Platzeck offen, Tegel ein paar Monate länger in Betrieb zu lassen, falls dies für den BER nötig sei. Eine dauerhafte Koexistenz von BER und Tegel schloss Platzeck aber aus. Mehdorn erneuerte seine Position. „Ich kann mir das vorstellen. Jede Hauptstadt der Welt hat zwei Flughäfen.“

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!