Zeitung Heute : Firma soll Anleger geprellt haben

Der Tagesspiegel

Wegen Anlagebetrugs in Millionenhöhe müssen sich seit Freitag drei Gesellschafter eines Berliner Finanzserviceunternehmens vor dem Landgericht verantworten. Einem Ehepaar und einer Mitangeklagten wird vorgeworfen, mehrere hundert Kapitalanleger vorwiegend aus Berlin und Brandenburg in 560 Fällen um zusammen rund 4,5 Millionen Euro geprellt haben. Den Kunden, die Beträge zwischen 1000 und 50 000 Euro einzahlten, sollen Zinsen bis zu 9,9 Prozent versprochen worden sein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das 1991 gegründete Unternehmen mit Sitz in Berlin-Lichtenberg keine ausreichende Kapitaldecke hatte, um die versprochenen Renditen zahlen zu können. Die Gelder seien nicht investiert worden, sondern zur Kostendeckung in das Unternehmen geflossen, heißt es in der Anklage.

Dem Staatsanwalt zufolge hatte die Firma seit ihrer Gründung zunehmend Verluste gemacht. Demnach sind von 12 Millionen Euro nur knapp 100 000 Euro auffindbar. Im Februar 1999 war der „Finanzserviceberatungsgesellschaft“ (FSBG) das Einlagengeschäft von der Behörde untersagt worden.

Die Verteidigung hingegen ist davon überzeugt, dass die Millionenpleite erst durch das Eingreifen der Staatsanwaltschaft entstanden ist. Den Anlegern seien die Risiken bekannt gewesen, sagte Rechtsanwalt Gerd Stübing. Die Angeklagten wollen sich erst am Dienstag zu den Vorwürfen äußern. dpa

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