Zeitung Heute : Flieg und spar nicht

Flora Wisdorff

SPD-Politiker diskutieren höhere Steuern auf Flugbenzin. Was kostet es den Flugreisenden, wenn die Anhebung erfolgt?

Steuervergünstigungen für Fluggesellschaften abzuschaffen – aus umweltpolitischen Gründen, oder, wie jetzt, um die Haushaltskasse aufzufüllen, wird oft erwogen. Ob Reisende dafür bezahlen müssten? „Wo wir die Kosten dann einsparen und ob wir die Ticketpreise erhöhen müssten, kann man jetzt nicht sagen – das hängt ganz von der Wettbewerbssituation ab“, heißt es bei der Lufthansa. Deutschland braucht für eine solche Änderung die europäischen Partner, denn ansonsten würden die Flugzeuge zum Tanken einfach nach Amsterdam oder London fliegen. Dort gelten die gleichen Ausnahmen wie jetzt hier. Eine Studie der EU-Kommission hat ergeben, dass bei einer europaweiten Besteuerung des Flugbenzins zum EU-Mindeststeuersatz 50 000 Jobs in der Luftfahrtindustrie in Gefahr wären und sich die CO2-Emissionen um 0,34 Prozent verringern würden. Die Kommission geht davon aus, dass die Ticketpreise steigen und deshalb weniger Menschen ins Flugzeug steigen würden. Realistischer als die Besteuerung von Kerosin ist der Vorschlag des Grünen-Politikers Albert Schmidt: Er will nicht das Flugbenzin direkt besteuern, sondern Tickets für grenzüberschreitende Flugreisen mehrwertsteuerpflichtig machen. Dann müsste der Reisende auf jeden Fall zahlen: 16 Prozent mehr würde jedes Ticket kosten. Fernreisen per Bahn würden aber billiger: Schmidt will hier die Mehrwertsteuer halbieren.

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