Zeitung Heute : Fluggesellschaften wussten lange über Mängel Bescheid

Berlin - Nach der Berliner Flughafen-Blamage wollen die Eigentümer an diesem Mittwoch Klarheit schaffen. Vertreter der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes befragen die Geschäftsführer Rainer Schwarz und Manfred Körtgen. „Wir erwarten präzise Auskunft darüber, was schiefgelaufen ist“, sagte der Berliner Senatssprecher Richard Meng am Dienstag. Ob der Aufsichtsrat auch einen neuen Eröffnungstermin beschließt, ist offen.

Nach Informationen des Tagesspiegels war den Fluggesellschaften lange klar, dass es mit dem geplanten Eröffnungstermin am 3. Juni Probleme geben werde. In einem Brief, der am 4. Mai an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) abgeschickt werden sollte, listeten die Gesellschaften 300 Mängel auf.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestags, Anton Hofreiter (Grüne), griff die Arbeit des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft an. „Der Aufsichtsrat hat in seiner Kontrollfunktion eindeutig versagt. Die Informationen über die Mängel am Flughafen BER waren nach allem, was man weiß, schon länger bekannt, und deshalb hätten alle Alarmglocken laut schrillen müssen“, sagte er dem Tagesspiegel. Bund, Berlin und Brandenburg hätten viel mehr Druck auf die Geschäftsführer und die Gesellschaft ausüben müssen, „aber sie haben die Sache laufen lassen“. Vor allem die Informationspolitik sei „ein Skandal“. Es werde an allen Ecken gemauert. „Und das kann nicht sein, denn hier geht es zu 100 Prozent um ein öffentliches Unternehmen. Die Rechtsform der Flughafengesellschaft wird missbraucht, um die Parlamente und auch die Öffentlichkeit nicht genau informieren zu müssen. Das zeigt einmal mehr, dass diese private Rechtsform für öffentliche Unternehmen nicht geeignet ist“, sagte Hofreiter. ctr/apz/dpa

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