Zeitung Heute : Ford: Womit das Fahren wahre Freude macht

Ingo Dahlern

Sie sind Vergangenheit - der Ford Escort XR3i oder der Sierra RS. Aber wer Ford kennt und die Marke liebt, weiß, dass es einmal attraktive Sportler aus Köln gegeben hat. Autos, an deren Lenker man richtige Fahrfreude erleben konnte. Denn auch dieser Aspekt gehört zum Auto fahren und nicht nur das Überwinden einer Entfernung zwischen A und B, auch wenn uns manche vermeintlichen Vordenker das immer wieder einreden wollen. Fahren ohne Fahrvergnügen, das ist etwa so, als wenn man Essen allein als reine Nahrungsaufnahme betrachtete. Zugegeben, zur Hauptverkehrszeit dichte Stadtstraßen oder Autobahnen, auf denen sich lange Fahrzeugkolonnen durch die Landschaft wälzen, sind nicht der geeignete Ort, Fahrfreude zu genießen. Aber es gibt ja zum Glück auch manches Stück weniger befahrener kurviger Landstraße, auf dem man auch als Autofahrer das erleben kann, was für so viele Motorradfahrer Hauptmotiv ist, sich überhaupt auf ihr Gerät zu setzen - Fahren als Erlebnis nämlich.

Schön, wenn man dazu das passende Gerät hat. Was nicht heißen soll, dass nicht auch moderne Alltagsautos mit ihren hochwertigen Fahrwerken und kraftvollen Motoren Fahrfreude bereiten können - ja selbst wenn unter ihrer Haube ein drehmomentstarker moderner Diesel arbeitet. Doch optimal ist natürlich ein auf sportliches Fahren ausgelegtes Auto. Und mit dem neuen Focus ST170 sowie dem Mondeo ST220 hat Ford genau das auf die Räder gestellt, kann nun endlich wieder flotte Sportler bieten, die dank ihrer Großserien-Basis zuverlässig und uneingeschränkt alltagstauglich und vor allem auch erschwinglich sind. Für Preise von 24 200 Euro als Dreitürer und 25 150 Euro als Fünftürer von sofort an verfügbar ist der Focus ST170, vom den später auch eine Kombi-Version erscheint. Und im Sommer kommt der Ford Mondeo ST220, dessen Basispreis bei 32 775 Euro liegt.

Es sind die Experten von Special Vehicle Engineering (SVE), die Fords lange gehegten Traum von der Rückkehr zur Sportlichkeit Realität haben werden lassen. Ausgewiesene Spezialisten mit profunder Erfahrung im Motorsport, die unter Leitung von Jost Capito, ehemaliger Chief Operating Officer des schweizerischen Formel-1-Teams Sauber-Petronas und zuvor bei Porsche und BMW tätig, daran gegangen sind, sportliche und leistungsstarke Top-Modelle der Focus- und Mondeo-Familie zu entwickeln, die bei Motor, Getriebe und Fahrwerk aus der großen Masse herausragen. Ihr Erkennungszeichen sind die beiden Buchstaben ST (Sport Technologies), die künftig auch weitere leis-tungsorientierte Fahrzeuge aus dem Ford-Programm schmücken werden. Und damit nicht genug. Denn neben die ST-Modelle treten noch in diesem Jahr noch kompromisslosere Sportler mit dem Kürzel RS (Rally Sport), deren erster Vertreter der Focus RS mit seinem 162 kW (220 PS) leistenden Triebwerk sein wird, der auf den WRC-Fahrzeug aufbaut, das bei der Rallye-Weltmeisterschaft eingesetzt wird. Doch jetzt ist erst einmal der Focus WT170 an der Reihe.

Es ist schon verlockend, was der erste Vertreter dieser neuen Sportler unterm Ford-Emblem bietet. Denn unter der Motorhaube des Focus ST170 mit seinem zurückhaltend sportlichen Styling arbeitet ein 127 kW (173 PS) leistender Zweiliter-Duratec-ST-Vierzylinder, der damit knapp 32 kW (43 PS) mehr bietet als der bisher stärkste Focus. Seine Basis ist das 96 kW (130 PS) leistende Spitzentriebwerk des Focus, das bei SVE gründlich überarbeitet wurde. So erhielt es einen neuen Zylinderkopf mit vergrößerten Einlasskanälen und Einlassventilen, eine schärfere und zugleich variable Einlassnockenwelle, ein zweistufiges Schaltsaugrohr und eine Abgasanlage mit deutlich verringertem Gegendruck. Neben knapp zwei Drittel mehr Leistung bietet dieser Motor ein um 18 Nm und damit knapp zehn Prozent höheres Drehmoment, das seinen Spitzenwert von 196 Nm bei 5500/min erreicht. Doch schon bei 2200/min sind 85 Prozent davon und zwischen 2500 und 6000/min 190 Nm verfügbar.

Und das erklärt, warum dieser Motor aus niedrigen Drehzahlen bis zu sehr hohen jederzeit über erhebliche Durchzugskraft verfügt und nicht nur anzugsstark, sondern auch sehr elastisch ist. Für den Spurt auf Tempo 100 braucht der Focus ST170 gerade einmal 8,2 Sekunden und maximal erreicht er 215 km/h. Trotz des hohen Leistungspotenzials ist der Zweiliter mit durchschnittlich 9,1 l/100 km nicht zu durstig und außerdem erfüllt er die Abgasnorm EU4. An die Antriebsräder gelangt die Motorkraft auf dem Weg über ein neu entwickeltes Sechsgang-Schaltgetriebe, das mit seiner kurzen Übersetzung, seiner sportlichen Stufung und seinen kurzen Schaltwegen wesentlich dazu beiträgt, den Focus dynamisch zu bewegen. Und damit dieses flotte Auto im Falle eines Falles ebenso schnell zum Stand wie auf Tempo kommt, erhielt es angemessen verstärkte Bremsen. Die arbeiten zusammen mit einem Vierkanal-ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und einer Traktionskontrolle, und Serienausstattung beim Focus 170 SR ist auch die Fahrdynamikregelung ESP.

Bereits der Großserien-Focus überzeugt durch die hohen Qualitäten seines Fahrwerks, das damit eine solide Grundlage für den ST170 ist. Deshalb konnten sich die SVE-Ingenieure bei der Optimierung ganz auf gezielte Feinarbeit konzentrieren. Das bedeutet konkret zehn Prozent steifere Federn vorn und hinten und größer dimensionierte Dämpfer sowie eine neue Servolenkung mit degressiv arbeitender Unterstützung

Optisch gibt sich der Focus ST170 durch den großen Grill mit wabenförmigem Gitter, Kühllufteinlässe in den Stoßfängern und runde Nebelleuchten sowie 17-Zoll-Niederquerschnittsreifen der Dimension 215/45 auf !5-Speichen-Leichtmetallfelgen sowie neu gestalteten Scheinwerfern zu erkennen. Insgesamt ist das eine recht zurückhaltende Optik, die auf Wunsch durch einen bogenförmigen Heckspoiler ergänzt werden kann.

Die Optik des Interieurs wird geprägt durch eine silberfarben beschichtete Instrumententafel mit Drehzahlmesser, Tacho bis 250 km/h und Zusatzinstrumente für Öldruck und Öltemperatur, ein Vierspeichen-Lederlenkrad poliertes Metall an Schaltknauf, Türgriffen und Türschwellen, zum Teil mit Leder bezogene Sportsitze vorn, von denen der Fahrersitz elektrisch höhenverstellbar ist und Rücksitze mit Leder sowie gelochte Metall-Pedale, hat also eine durchaus sportliche Ausstrahlung. Und auf Wunsch bekommt man auch Recaro-Sitze sowie eine Volllederausstattung. Zur Serienausstattung gehören unter anderem das Audiosystem 6006 mit integriertem Sechsfach-CD-Wechsler und eine Klimaanlage und als Option stehen für den neuen Sportler das Audio-System 9006 mit digitalem Ton und eine elektronische Klimaautomatik zur Wahl - insgesamt also eine ansprechende Kombination aus Sportlichkeit und Komfort, mit der sich Ford bei den Sportlern zurückmeldet.

Karosserie: Drei- und fünftürige Schräghecklimousine.

Maße/Gewichte: 4,19 m lang, 1,70 m breit, 1,48 m hoch, Radstand 2,62 m, Leergewicht 1283 und 1314 kg, Kofferraum 350 l, Tankinhalt 55 l.

Antrieb: 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Vierventiltechnik, Schaltsaugrohr und einer variablen Einlassnockenwelle mit 127 kW (173 PS), Sechsgang-Getriebe, Frontantrieb, Abgasnorm EU4.

Fahrwerk: Einzelradaufhängung vorn mit Federbeinen, hinten Mehrlenkerachse, Zahnstangenlenkung mit degressiver Servounterstützung, vier Scheibenbremsen, elektronische Bremskraftverteilung, ABS, ASR und ESP, Reifen 215/45 R17.

Fahrleistungen: 8,2 s von Null auf Tempo 100, maximal 215 km/h.

Verbrauch: Durchschnittlich 9,1 l/100 km.

Preise: 24000 Euro (Dreitürer) und 25150

Euro (Fünftürer).

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