Zeitung Heute : Ford: Zwei Antriebskonzepte

ivd

Es war eine richtige Revolution, als der der Ford Transit mit seiner im Windkanal entwickelten Karosserie 1986 seinen kantigen Vorgänger ablöste. Optisch eher eine Evolution war es, als nach einem Facelift der dritten Auflage im Jahr 1995 im Frühjahr des vergangenen Jahres die nunmehr vierte Generation des Transit antrat. Denn die vor knapp eineinhalb Jahrzehnten entwickelte neue Linie blieb in ihren Grundzügen erhalten, auch wenn es den einen oder anderen durchaus attraktiven neuen Akzent gibt. So erkennt man bei der seit einem Jahr angebotenen vierten Generation auf den ersten Blick, dass man einen Ford Transit vor sich hat.

Trotz dieser klassischen Linie ist der Transit allerdings ein rundum neues Auto. Doch statt mit einer optischen Revolution überraschte der neue Transit mit einer technischen. Denn er kommt erstmals mit doppeltem Antriebskonzept: als Fronttriebler mit quer eingebautem Motor in der Klasse der flinken Eintonner und mit Heckantrieb und längs eingebautem Motor für die Gewichtsklassen darüber. Diese Doppelstrategie auf einer identischen Plattform mit immerhin 95 Prozent Gleichteilen für beide Fahrzeugkonzepte garantiert eine niedrige Ladehöhe im leichten und hohe Traktion im schweren Segment.

Die Versionen mit Heckantrieb sind bereits seit dem Frühjahr des Jahres 2000 im Handel. Auf die frontgetriebenen Versionen dagegen musste man mehr als ein halbes Jahr warten. Denn erst zur Nutzfahrzeug-IAA im vergangenen Herbst in Frankfurt am Main hatten auch die Fronttriebler ihren ersten Auftritt. Damit wurde auch das Eintonner-Segment in der neuesten Generation verfügbar. Das sind Kastenwagen-, Kombi-, Fahrgestell- und Pritschenversionen mit drei Radständen in den Nutzlastklassen FT 260 bis FT300, wobei die 300 für 3,0 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht steht.

Angesichts der gemeinsamen Plattform für heckgetriebene Modelle und Fronttriebler profitieren auch die im Herbst 2000 vorgestellten Eintonner bei allen Antriebs- und Modellvarianten von den Vorteilen, die auch die Hecktriebler auszeichnen. Dazu gehören unter anderem ein erhöhtes Ladevolumen, die hohe Nutzlast, die niedrigen Unterhaltskosten, der hohe Bedienkomfort und die für den Transporter-Bereich hohe aktive und passive Sicherheit. Zu den Vorzügen der Fronttriebler gehört der um zehn Zentimeter tiefer gelegte Laderaumboden. Zudem macht sich der Frontantrieb durch gute Traktion des neuen Ford Transit gerade bei geringer Beladung des Fahrzeugs positiv bemerkbar.

Angetrieben werden die neuen Fronttriebler von modernen Turbodiesel-Direkteinspritzern der neu entwickelten Duratorq-Baureihe. Die speziell auf den Transit abgestimmten Vierventil-Motoren mit einem Hubraum von 2,0 Liter sind in drei Leistungsstufen zwischen 55 und 74 kW (75 und 100 PS) verfügbar. Dank der robusten Konstruktion mit einem wartungsfreien Ventiltrieb haben auch diese Motoren nur geringe Servieansprüche, so dass die Inspektionsintervalle auf 25 000 Kilometer für die Wartung und 50 000 Kilometer für die Sicherheitskontrolle erhöht werden konnten.

Neben den neuen Fronttrieblern des Transit erweiterte Ford bereits im vergangenen Herbst auch das Angebot der heckgetriebenen Modelle. So gibt es den Transit FT330 nun auch mit kurzem Radstand und Normaldach und auf Basis des FT350 wird ein Großraum-Kastenwagen mit langem Radstand, verlängertem Überhang, Hochdach und etwa 14 Kubikmeter Laderaumvolumen angeboten. Damit präsentiert sich der Transit mit zulässigen Gesamtgewichten zwischen 2,6 und 4,25 Tonnen in einer für die Transporterklasse bislang nicht verfügbaren Vielfalt. Die wird in Frankfurt noch größer durch ein breites Angebot von Branchenmodellen und Fahrzeugen von Aufbauherstellern. Damit reicht die Transit-Palette von Behörden-Einsatzfahrzeugen über Wohnmobile bis zu speziellen gewerblichen Lösungen, zu denen unter anderem auch ein Ford Transit mit einem Sattelauflieger gehört.

Erstmals in Frankfurt am Main im letzten Herbst gezeigt wurde auch das neue automatisierte Schaltgetriebe ASM (Auto Shift Manual), das nun das Getriebeangebot für den neuen Transit erweitert. Kombiniert mit einer hydraulischen selbstjustierenden Kupplung garantiert es über die gesamte Fahrzeug-Lebensdauer weiche Schaltvorgänge und hilft dabei, dichten Stop- und Go-Verkehr in Ballungsgebieten besser zu managen. Gleiches gilt natürlich auch für Fahrten auf den immer öfter staugeplagten Autobahnen. Das neue Getriebe zwingt allerdings nicht dazu, den Transit nun konsequent mit Automatik zu fahren. Denn es bietet dem Fahrer die Wahlmöglichkeit zwischen einer Automatikfunktion, bei der die Gangwechsel ohne Eingreifen des Fahrzeuglenkers geschehen, und dem Gangwechsel per Hand.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar