Zeitung Heute : Formel 1: Die schnellsten Brüder der Welt

Frank Bachner

Hast du einen großen Bruder oder eine große Schwester? Dann bist du bestimmt heimlich stolz auf das, was er oder sie schon kann. Aber oft ärgerst du dich auch, wenn du wie der oder die Kleine behandelt wirst. Und wenn du mal etwas besser kannst, dann bist du wahrscheinlich ziemlich stolz.

So geht es auch Ralf, dem kleineren Bruder von Michael Schumacher. Die beiden Schumachers sind schon als Kinder Kart gefahren, das sind kleine Rennautos. Ihre Eltern arbeiteten auf der Kartbahn, deshalb konnten ihre Kinder dort immer üben. Als Fahrer war Michael eigentlich immer besser, aber er ist ja auch sieben Jahre älter. Jetzt sind beide berühmte Autorennfahrer, aber Ralf hat sich immer wieder geärgert, dass Michael ihn ein bisschen wie den Kleinen behandelt hat, obwohl er schon 25 ist und Michael 32. Am letzten Sonntag hat Ralf das Formel-1-Rennen in Kanada gewonnen, vor seinem großen Bruder. Das war ihm bisher noch nie gelungen, und deshalb ist er jetzt mächtig stolz.

Glaub aber nicht, dass das so einfach ist, einen Formel-1-Rennwagen zu fahren. So ein Auto ist doppelt so schnell wie das deiner Eltern. Da bist du ständig am Bremsen und Schalten und Gas geben. Du darfst keine Sekunde unkonzentriert sein, sonst fährst du gegen die Leitplanke. Außerdem beschleunigen die Autos so schnell, dass der Fahrer in seinen Sitz richtig reingedrückt wird. Das ist, als ob plötzlich ein sehr, sehr dicker Mann auf deinen Schoß plumpst. Und in den Kurven glauben die Fahrer manchmal, dass ihnen der Kopf wegfliegt. Deshalb müssen sie hart trainieren, weil sie sonst gar nicht die Kraft hätten, so viele Runden durchzuhalten. Ralf hatte in Kanada das bessere Auto, deshalb war er schneller als sein Bruder. Doch Michael wird sich das wohl nicht lange gefallen lassen. In einer Woche ist schon das nächste Rennen, da will er es dem Ralf zeigen.

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