Forschungsbörse : Suche Wissen, biete Neugier

Die Forschungsbörse bringt Fachleute und Schulklassen zusammen.

Mit dem Wissenschaftsjahr Energie startete auch die Forschungsbörse, eine Onlineplattform, über die Lehrer und Schüler Kontakt zu Wissenschaftlern und Praktikern aufzunehmen können. Klassen können die Energie-Forscher einerseits in ihren Instituten besuchen und ihnen bei der Arbeit zusehen, andererseits können sie die Experten zu sich in die Schule einladen. Beides sind spannende Möglichkeiten, um komplexe Themen wie „Sonnenenergie aus der Wüste“ oder „Strategien für eine Energie- und Klimapolitik in der EU“ mit Leben zu füllen.

Außerdem hat die Forschungsbörse das Ziel, Jugendlichen durch den persönlichen Kontakt zu Wissenschaftlern und den Einblick in deren Arbeitswelten eine Idee davon zu geben, wie sie selbst an der Gestaltung der Energieversorgung von morgen mitwirken können. Denn den einen oder anderen inspiriert die Begegnung vielleicht, selbst eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen oder sich in Wirtschaft, Politik oder Medien mit dem Thema Energie auseinander zu setzen – frei nach dem Motto „Energie ist cool“.

Umgekehrt ist der Kontakt mit den Jugendlichen auch für die Experten interessant. Sind sie doch sonst eher mit Studenten oder Kollegen konfrontiert, die ebenfalls „vom Fach“ sind. Die Begegnungen mit den Schülern sind dagegen von erfrischend anderer Natur, bestätigt Robert Pitz-Paal vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. „Die technisch begeisterten Jugendlichen haben wir sozusagen schon in der Tasche“, meint der Professor. „Die Herausforderung liegt darin, etwa die Mädchen in der neunten Klasse für das Thema Energie zu begeistern, die oft gar keinen Zugang zu technischen Zusammenhängen haben.“

Es habe einen gewissen Charme, Wege und Worte zu finden, um alle Schüler in einer Klasse zu erreichen. Pitz-Paals Kernbotschaft ist dabei immer die gleiche: „Die Energieversorgung wird sich zu Euren Lebzeiten erheblich ändern. Das bietet sehr viele Chancen.“ Es gebe allerdings nicht nur eine Lösung, sondern ganz viele, so der Solarforscher. „Mir ist wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie selbst dazu beitragen, sich eine fundierte Meinung bilden und Einfluss nehmen können. Dazu muss man auch nicht Physiker werden.“

Doch auch wenn die Forschungsbörse Schüler und Lehrer auf unkomplizierte Art zusammenbringt: Das Erlebnis bleibt stets nur punktuell. „Ich habe bislang etwa 200 Schüler beglückt“, so Pitz-Paal und nennt das einen Tropfen auf den heißen Stein. Er hofft auf eine Weiterentwicklung des Konzepts, um das Thema weiter in Schule und Gesellschaft zu tragen – und vor allem, um eine nachhaltigere Wirkung zu erzielen. Schließlich benötige Energieforschung politische und gesellschaftliche Rückendeckung. „Wir sind darauf angewiesen, dass Gesetze verabschiedet werden, um Märkte für unsere Forschungsergebnisse zu schaffen“, sagt Robert Pitz-Paal. „Auch technisch können wir mehr umsetzen, wenn wir mehr Möglichkeiten – sprich Gelder – haben. Und wir müssen uns immer kritisch fragen, ob das, was wir tun, sinnvoll, durchsetzbar und gewollt ist.“

Vor diesem Hintergrund, erscheint es noch wichtiger, die Möglichkeiten der Forschungsbörse voll auszuschöpfen und jeden der über 100 gelisteten Wissenschaftler so viele Termine absolvieren zu lassen, wie er oder sie im Kalender unterbringen kann. Auch 2011 im Wissenschaftsjahr Gesundheit. tjs

Mehr Informationen im Internet unter www.forschungsboerse.de. Weitere Anregungen für Lehrer gibt es auch unter www.zukunft-der-energie.de (hier die Rubrik Schule/Schulen ans Netz).

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