FOTOGRAFIEDennis Hopper : Rebell mit Blitzlicht

Wenn man sie nicht selbst miterleben konnte, die Anfänge der wilden Sixties in Amerika, sind diese Fotografien die zweitbeste Alternative: Man lümmelt sozusagen in Warhols Factory auf dem Sofa herum, schaut Martin Luther King beim Reden zu und tourt mit James Brown durch die USA. Angeblich waren die Schwarz-Weiß-Aufnahmen in fünf Kisten verborgen – und vergessen. Erst nach Dennis Hoppers Tod im Frühjahr 2010 sind sie ans Licht gekommen und jetzt in einer Ausstellung im Martin-Gropius-Bau zu bewundern.

Und es kommt noch besser: Hopper soll genau diese Arbeiten aus einer Fülle an Fotografien, die er zwischen 1961 und 1967 gemacht hat, für seine erste große Fotografieausstellung im Fort Worth Art Center Museum, Texas, im Jahr 1969 ausgewählt haben. „Kleine Tafeln, manchmal rückseitig nummeriert, mit kurzen Notizen von Hoppers Hand ...“, so beschreiben die Kuratoren in der Ausstellungsankündigung den exquisiten Fund. Dennis Hopper, Jahrgang 1936, ist zunächst als Schauspieler bekannt geworden, er spielte an der Seite von James Dean in „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Mit dem Hippie-Kultfilm „Easy Rider“ (1969), bei dem er Autor, Regisseur und Darsteller war, festigte er endgültig seinen Status als Rebell, seine Drogenexzesse taten ein Übriges. Aber auch als Maler und Fotograf fand Hopper Anerkennung. Er war ein prädestinierter Kultur-Chronist, er rauchte und feierte mit Hollywoodstars, Künstlern, Hippies und Hells Angels. Und er hatte offensichtlich das richtige Gespür und das nötige Auge für Momente, in denen – irgendwann später – Geschichte sichtbar wird. Birgit Rieger

Martin-Gropius-Bau, Do 20.9. bis Mo 17.12., Mi-Mo 10-19 Uhr, 7 €, erm. 4 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!