FOTOGRAFIE„Euromaidan – Besetzte Räume“ : Bis zur Entscheidung

„Euromaidan“ nennt man die Massenproteste in der Ukraine, die seit dem 21. November 2013 andauern. Auslöser war die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten, ein Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen. Die in Kiew und Berlin lebende Fotografin Yevgenia Belorusets hat die Protestierenden auf dem Maidan, dem zentralen Kiewer Platz, fotografiert. Ihre Serie entstand in der ersten Dezemberhälfte, als die Demonstranten schon verunsichert waren, wegen nächtlicher Attacken und Gewalt durch die Milizen. Allerdings rechnete damals niemand damit, dass tatsächlich Menschen ums Leben kommen würden. Laut Berichten von Aktivisten wurden mehrere Menschen getötet, es soll zu Verschleppungen und Folterungen von Oppositionellen gekommen sein.

„Ich denke, seit diesen Gewalttaten wird der Protest nie mehr so sein können, wie ich es im Dezember erlebt habe. Jetzt riskieren die Menschen, die ich damals fotografierte, ihr Leben“, sagt Belorusets. „Was sich seit Dezember allerdings nicht verändert hat, ist der Versuch von Politikern aller Richtungen, den Protest zu benutzen, zu privatisieren und zu manipulieren.“ Die junge Frau hat die Demonstranten ganz bewusst in Momenten der Ruhe fotografiert, um die Aufmerksamkeit auf deren Alltag zu lenken; auf das Ausharren in der Kälte, auf Menschen, die nun in besetzten Regierungsgebäuden wohnen. Die Bilder sollen später auch in der Ukraine gezeigt werden. „Jetzt haben die Menschen keine Zeit für Privatvergnügen solcher Art“, sagt die Fotografin. Stattdessen änderte der Pojektraum okk im Wedding spontan sein Programm, um die Serie auszustellen. Birgit Rieger

okk / raum29, bis Sa 15.2., Do-So 15-19 Uhr,

Filmscreening: Sa 8.2., 19 Uhr

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