FOTOGRAFIENan Goldin : Alle meine Freunde

Sie hat einmal Berlin als zweite Heimat bezeichnet, denn hier fühlte sie sich nicht nur sehr wohl während ihrer Aufenthalte in den Achtzigern und Neunzigern, hier entstanden auch einige ihrer intensivsten Bilder: Porträts von Freunden, Selbstbildnisse, Aufnahmen von zerwühlten Betten, Interieurs und Stillleben. Das Werk der amerikanischen Fotografin Nan Goldin ist eng mit der Stadt verbunden, und so musste es irgendwann eine Ausstellung von ihr auch in der Berlinischen Galerie geben. Der Titel lautet lakonisch „Berlin Work. Fotografien 1984 bis 2009“ und zeigt einen Querschnitt ihres Schaffens in 80 Beispielen.

Für viele wird es eine Wiederbegegnung sein mit Protagonisten der Berliner Künstlerszene, Piotr Nathan, Wolfgang Müller, Käthe Kruse, die noch heute mit Ausstellungen in der Stadt präsent sind. Doch bei Nan Goldin erscheinen sie privat: beim Frühstück, in der Kneipe, im Bad. Die Bilder von Nan Goldin faszinieren gerade dadurch, dass die Grenze zu den Porträtierten aufgehoben scheint. Die Künstlerin ist Teil des Geschehens, der Betrachter sofort emotional involviert. Trotz ihrer Schnappschussästhetik sind die Ausschnitte bewusst gewählt, wurde jede Aufnahme komponiert. Nicola Kuhn

Berlinische Galerie, Sa 20. 11. bis 28. 3., Mi-Mo 10-18 Uhr, 8/5 €

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!