FRAGEN UND ANTWORTEN ZUR ORGANSPENDE : Niemand soll verpflichtet werden

ENTSCHEIDUNGSLÖSUNG

Am Donnerstag, 1. November, trat die sogenannte Entscheidungslösung für Organspenden in Kraft. Damit wird jeder Bundesbürger über 16 Jahren von seiner Krankenkasse alle zwei Jahre per Brief gefragt, ob er Organspender sein will. Eine Pflicht, sich zu entscheiden soll es nicht geben. Der Versand beginnt in Hamburg und Berlin.

BEDARF
Auf den Wartelisten für ein Spenderorgan stehen rund 12 000 Patienten. Rund 1000 von ihnen sterben jedes Jahr, weil sie nicht rechtzeitig ein Organ erhalten. Im Oktober habe es 60 Organspenden und damit weniger als die im Schnitt etwa 100 gegeben, sagte eine Sprecherin der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).

ORGANSPENDEAUSWEIS

Ein Ausweis ist erhältlich bei Krankenkassen, vielen Arztpraxen und Apotheken, aber auch beim Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Telefonnummer 0800- 904 04 00. Jugendliche können ab dem 16. Lebensjahr ihre Bereitschaft auf einem Organspendeausweis erklären. Man kann im Organspendeausweis bestimmte Organe von einer Spende ausschließen oder nur bestimmte Organe zur Verfügung stellen, die Organspende generell ablehnen oder die Entscheidung auf eine Person seines Vertrauens übertragen. Wer in einer Patientenverfügung ausschließt, dass er Apparate- medizin bekommt, schließt damit auch die Organspende aus.

SPENDERORGANE
Niere, Leber, Herz, Lunge, Pankreas und Dünndarm können von einem verstorbenen Spender übertragen werden. Außerdem lassen sich Gewebe wie Hornhaut oder Knochen verpflanzen. Ein Organspender kann bis zu sieben schwer kranken Menschen helfen. Natürlich sind auch Lebendspenden unter nahen Verwandten zulässig.

VORAUSSETZUNGEN
Damit Organe nach dem Tod entnommen werden können, muss die ausdrückliche Zustimmung des Spenders oder der Angehörigen vorliegen und der Hirntod muss eindeutig festgestellt worden sein. Eine Organentnahme nach dem Tod ist in jedem der mehr als 1300 Krankenhäuser mit Intensivstation durchführbar. (KNA/dpa)

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