Zeitung Heute : Franziska Meletzky, Filmregisseurin

Befragt von Beatrix Schnippenkoetter

WAS ICH MAG

1. Beim Aufwachen: Wenn es draußen schon hell ist und ich mich trotzdem noch einmal umdrehen darf.

2. Zu Hause: Dass da mein Mann und meine Söhne sind. Und „mögen“ ist eine Untertreibung!

3. Am Filmstudium: Hier traf ich endlich lauter

Menschen, die sich früher auch wie Aliens fühlten.

4. Am Kellnern: Kellnern erfordert Konzentration und körperliche Kraft. Die Kämpfernatur meiner

Kolleginnen in Manchester und ihr trockener Humor haben mich geprägt.

5. An englischen Fußballern: Ihre rotzige Sexiness.

6. An Frauen: Wenn sie sie selber sind und Humor

haben und etwas können. Aber ich bewundere auch Frauen, die „einfach nur“ eine gute Mama sind.

7. Ansonsten: Wunder. Ein paar hab ich schon erlebt.

8. Ein Satz, den ich gerne öfter hören würde:

„Auf welches Konto darf ich Ihnen das reichlich bemessene Budget für Ihren nächsten Film überweisen?“

WAS ICH NICHT MAG

1. Beim Aufwachen: Dunkelheit und Stress.

2. Zu Hause: Wenn jemand traurig ist und ich nicht

helfen kann.

3. Am Filmstudium: Dass dort die Meinung herrschte, einzig Kritik bringt uns weiter.

4. Am Kellnern: Wenn du 20 Minuten nach Schichtbeginn feststellst, du hast die verkehrten Schuhe an.

5. Im Kino: Schlechte Filme, überteuerte Eintrittskarten, Sitzriesen und krachmachende Mitbesucher.

6. An Männern: Unzuverlässigkeit und Machoallüren lassen mich jede Lust verlieren.

7. An Berlin: Der ständige Kleinkrieg auf den Straßen.

8. An Deutschland: Die Bürokratie und das

Steuersystem, was für mich eine praktische

Umsetzung kafkaesker Logik ist.

9. An meinem Leben: Dass nach Hochs

immer Tiefs kommen müssen.

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