Zeitung Heute : Frauen

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Was wird heute wichtig?

Zum Thema „Frau“ – wie die katholische Kirche sich ausdrückt – hat die Glaubenskongregation ein Schreiben über die „Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt“ verfasst, das Papst Johannes Paul II. heute in Rom nach der Approbation veröffentlicht. Im Zentrum der Gedanken steht die „aktive Zusammenarbeit von Männern und Frauen in Gesellschaft und in Kirche“. Um die zu optimieren, soll man sich auf biologische wie psychologische Unterschiede besinnen, weil die eines jeden Stärke ausmachten. Die Glaubenskongregation, die seit Ende Mai an dem Werk gearbeitet hat, widmet sich diesen Unterschieden in vier Kapiteln, die die biblische Anthropologie in Erinnerung rufen sollen. Danach sollen Mann und Frau füreinander leben und dem jeweils anderen Gutes tun. Die Verschiedenheit soll also nicht als Anreiz zu Kampf oder Konkurrenz dienen, sondern als nützliches Phänomen gesehen werden. Als ein „Spezifikum“ der Frau wird das „Vermögen zur Mutterschaft“ genannt, was Frauen aber ausdrücklich nicht auf diese Fähigkeit reduzieren soll. Konkret fordert das Schreiben die Unterstützung der verschiedenen Rollen der Frau und benennt eine „gerechte Wertschätzung der Arbeit, die die Frau in der Familie leistet“ als zwingend notwendig. Adressat sind hier die Regierungen aller Länder, die eine Gesetzgebung schaffen sollen, welche es Frauen erlaubt zu wählen, ob sie sich ausschließlich um Familie und Haushalt kümmern oder einen Beruf außerhalb der eigenen vier Wände ergreifen und trotzdem Kinder haben wollen.

Ein Mitglied der deutschen Bischofskonferenz sagte dazu, der Inhalt zeuge von einem Wissen um die „Spannung zwischen den Geschlechtern, die nicht selten in Unterordnung und Diskriminierung, Feindschaft und Gewalt zu Ungunsten der Frau endet“. Gleichwohl möge der Text streckenweise manchen Feminismus-Vertretern als eine Herausforderung erscheinen. Bei allen Unterschieden, darauf legte der Präfekt der Glaubenskongregation wert – ginge es der katholischen Kirche allerorts darum, „das Bewusstsein für die Gleichheit von Mann und Frau als menschliche Personen zu fördern“. nan

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