Zeitung Heute : Freibier für alle

Einige der ersten, die am 9.11. abends rüberkamen, landeten im Hotel Berlin am Lützowplatz. Da besuchte ich gerade eine Veranstaltung. Auf einmal waren 80 bis 90 Ostler dort. Draußen war es saukalt. Die strömten in das Hotel, wärmten sich auf, standen an der Theke, und dann sagte der Mann hinter der Bar: „Freibier für alle.“ Alle bekamen ein Tässchen Bier und waren selig. Später ging ich zu meiner Praxis am Olivaer Platz. Dort saßen am Eingang drei Pärchen. Die wollten nicht zurück, weil sie Angst hatten, dass die Mauer noch mal dicht gemacht werden könnte. Die wollten noch das KaDeWe sehen. Oben in unserem Reha-Bereich lagen Turnmatten und Decken. Ich bot ihnen an, dort zu schlafen, und sagte: „Ich hol euch morgen früh ab.“ Am nächsten Morgen frühstückten wir bei „Wagenknecht“. Dann zogen sie los.

WILLI HEEPE (71)

Mediziner

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