Zeitung Heute : Freie Auswahl in „Fernost“

Gute Ausstattung und intensive Betreuung: Ein Studium in den neuen Ländern lohnt sich Das neue CHE-Ranking vergibt Bestnoten

Wohnungssuche kein Problem. Niedrige Mieten und Lebenshaltungskosten machen das Studium erschwinglich. Allgemeine Studiengebühren gibt es weder in den fünf neuen Ländern, noch in Berlin. Foto: ddp
Wohnungssuche kein Problem. Niedrige Mieten und Lebenshaltungskosten machen das Studium erschwinglich. Allgemeine Studiengebühren...Foto: ddp

Anna ist 26 Jahre, kommt aus Hamburg und studiert Kultur und Technik an der BTU Cottbus, Markus, 25, zog es aus dem Allgäu zum Musikstudium nach Weimar. Zwei Junge „Wessis“, die sich für ein Studium in Ostdeutschland entschieden haben – und damit gegen den allgemeinen Trend. Dabei locken viele Hochschulen in den neuen Bundesländern mit spannenden Studiengängen und besten Rahmenbedingungen.

Seit 2009 wirbt die Kampagne „Studieren in Fernost“ um die Gunst westdeutscher Abiturienten, unter anderem mit „Campus- Spezialisten“ wie Anna und Markus, die im Internet Studientipps geben oder per Mail Fragen beantworten. „Natürlich hat jede Hochschule ihre eigenen Vorzüge“, sagt deren Projekt-Leiter Hans Selge. „Aber man kann insgesamt sagen, dass ein Studium in Ostdeutschland klare Vorteile bietet.“ So sei die Ausstattung vieler Hochschulen sehr gut – von bestens bestückten Bibliotheken bis zu modernen Laborarbeitsplätzen. „Hinzu kommen die gute Betreuung und der enge Kontakt zu den Dozenten.“ Anders als an überlaufenen westdeutschen Hochschulen können diese sich mehr Zeit für ihre Studenten nehmen.

Niedrige Mieten und Lebenshaltungskosten und keine Studiengebühren sind weitere Pfunde, mit denen die ostdeutschen Länder wuchern können. „Viele Hochschulen sind außerdem eng mit der Wirtschaft vernetzt und arbeiten konsequent daran, sich ein besonderes Profil zu geben“, so Selge. Gerade kleinere Hochschulen in strukturschwachen Gegenden zeigten sich zudem oft doppelt innovativ, um beste Bedingungen in Forschung und Lehre zu schaffen.

Wer einen Blick in das noch druckfrische Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) wirft, wird dies bestätigt sehen; viele ostdeutsche Hochschulen schneiden mit sehr guten Noten ab (www.che.de). CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele weist aber auch auf den wichtigsten Punkt bei der Studienplatzsuche hin: „Die beste Hochschule gibt es nicht. Schulabgänger müssen überlegen, was ihnen im Studium wichtig ist: gute Betreuung, exzellente Forschung, internationale Ausrichtung oder solide Ausstattung.“

Und vielleicht auch das, was der Studienort jenseits des Hörsaals so zu bieten hat. Mit Ostsee, Harz, Spreewald oder Sächsischer Schweiz vor der Tür, müssen sich ostdeutsche Hochschulen hier ebenfalls nicht verstecken.

Hans Selge jedenfalls stellt fest, dass zunehmend mehr westdeutsche Abiturienten die neuen Länder für sich entdecken als noch vor ein, zwei Jahren – auch, wenn noch nicht alle amtlichen Zahlen vorliegen. „Was aber Studien zeigen: Wer sich besser informiert, entscheidet sich auch häufiger für ein Studium im Osten“, sagt Selge.

Genau dabei will die Kampagne Schulabgänger mit ihrem Portal www.studieren-in-fernost.de unterstützen. Viele Hochschulen laden darüber hinaus in den kommenden Monaten zu Informationstagen oder einem Schnupperstudium ein. Auch zu diesen Terminen kann man sich auf den „Fernost“-Internetseiten schlau machen.

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