Zeitung Heute : Freie Universität gründet Club in New York Freundeskreis für Ehemalige in Übersee

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Von Ilka Seer

Weltoffen und gastfreundlich ist die Freie Universität Berlin. Demnächst wird sie in Manhattan, mitten im Herzen von New York, den Alumni-Club „Friends of Freie Universität Berlin“ gründen. Die ersten Schritte in die richtige Richtung wurden bereits im September unternommen, als dort ein Treffen ehemaliger amerikanischer Studenten und Dozenten aus dem Großraum New York mit FU-Präsident Peter Gaehtgens und dem Leiter der Abteilung Außenangelegenheiten, Wedigo de Vivanco, stattfand. Den Teilnehmern wurden die Gründungsmitglieder und der von ihnen gewählte Vorstand der „Friends“ präsentiert. „Das Interesse an der Freien Universität ist bei unseren amerikanischen Alumni ungeheuer ausgeprägt“, erzählt Peter Gaehtgens. Deshalb sei es umso wichtiger, regelmäßigen Kontakt zu den Ehemaligen zu halten, und das am besten vor Ort.

Die schwierigste Hürde für die FU wird es wohl sein, für den Freundes- und Förderkreis den angestrebten Status der Gemeinnützigkeit zu erhalten. Da mit dem Status einer Not-for-Profit-Association steuerliche Vergünstigungen verbunden sind, müssen in den USA hohe Auflagen erfüllt werden. Doch die Gründungsmitglieder sind guter Dinge, diesen steinigen Weg bald hinter sich gebracht zu haben. Die FU ist dann die erste deutsche Universität, die einen solchen Schritt in den Vereinigten Staaten geht. Im Gegensatz zu anderen deutschen Universitäten, deren Verbindungsbüros an einzelnen Colleges angesiedelt sind, wird die FU unabhängig sein. Die beiden englischen Elite-Universitäten Oxford und Cambridge sind seit längerem mit ähnlichen Vereinigungen in den USA vertreten.

Die zielstrebige Suche nach ihren Ehemaligen hat die Freie Universität anlässlich ihrer Gründungsfeier 1998 intensiviert. Seitdem konnten etwa 6700 Alumni weltweit registriert werden. Aus Nordamerika stammen rund 500 von ihnen. Insgesamt wird die Zahl der ehemaligen FUler in den USA auf 3000 geschätzt. Dort bilden Ehemalige wichtige Verbindungsglieder zwischen den Universitäten und der Gesellschaft. Für amerikanische Studenten und Dozenten ist es auch nach Ablauf der College-Zeit selbstverständlich, sich ihrer Alma mater gegenüber verbunden und dankbar zu zeigen. Umso wichtiger ist es, dass die FU jetzt auch ihren amerikanischen Alumni ein Forum präsentiert, wo sie sich regelmäßig über die Entwicklungen ihrer Universität und die steten Veränderungen in der Berliner Hochschullandschaft informieren können.

Die Hauptaufgabe des Freundes- und Förderkreises wird es aber nicht nur sein, als Treffpunkt für die Ehemaligen zu dienen und somit den Kontakt zwischen Amerikanern und Deutschen weiterhin zu fördern, sondern auch aktiv Fundraising zu betreiben. So sollen die Möglichkeiten finanzieller Unterstützung von Forschungs- und Konferenzprojekten bei nordamerikanischen Stiftungen professionell ausgeschöpft und gezielte Fundraising-Kampagnen durchgeführt werden. Deren Erlös soll vor allem den international renommierten Dahlem Konferenzen, dem John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, dem Direktaustauschprogramm für Studenten und dem Kofi-Annan-Stipendienprogramm der FU zugute kommen.

An der FU hat Alumni-Arbeit eine lange Tradition. Schon 1954, also sechs Jahre nach der Universitätsgründung, wurde die Ernst-Reuter-Gesellschaft ins Leben gerufen, der Verein der Förderer und Freunde, der inzwischen auch die zentrale Vereinigung der Ehemaligen der Freien Universität ist. Parallel dazu haben sich an einzelnen Fachbereichen und Instituten zwanzig Alumni-Clubs konstituiert, die nicht nur den Mitgliedern interessante Angebote unterbreiten, sondern auch die Studenten durch Praktika oder Hilfe beim Berufseinstieg unterstützen. Auch die „Friends of Freie Universität Berlin“ in Nordamerika könnten die FU-Studenten dahingehend fördern. Eine solche Kooperation würde die traditionell schon sehr intensiven Beziehungen der Universität zu den USA einmal mehr festigen und den FU-Studenten in Amerika weitere berufliche Chancen eröffnen.

Mehr im Internet unter:

www.fu-berlin.de/alumni

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