Zeitung Heute : Fremde oder Freunde

-

, Hoffnungsträger in Kohls letztem Kabinett, ist ein Vertreter der klassischen Parteikarriere (von der Wiege bis zur Bahre) und damit das Gegenteil von Merz. Statt sich in der Opposition mit den Freunden um Rang und Position zu balgen, zog er sich nach NordrheinWestfalen zurück, um eine eigenständige Machtbasis aufzubauen. 2005 will er Ministerpräsident werden. Wesensfremder kann man Friedrich Merz nicht sein. Darüber lässt der niemanden im Ungewissen.

DER FREUND

Wolfgang Schäuble förderte Merz von Anfang an – 1998 machte er ihn zum Vizevorsitzenden der Fraktion. Nicht ohne Skepsis, aber mit selbstlosem Wohlwollen, ließ er dem Nachwuchsmann lange Leine. Friedrich Merz nutzte das, so dass Schäuble die Wahl für seine Nachfolge als Oppositionsführer eher leicht fiel.

DIE FEINDIN

Angela Merkel und Friedrich Merz, beide beerbten Wolfgang Schäuble, sie übernahm den CDU-Vorsitz. Vom ersten Tag an belauerten sich die beiden. Er sie, weil er ihrem Machtwillen zutiefst misstraut. Sie ihn, weil sie nicht glauben kann, dass es ihrem Konkurrenten weniger um die Macht als um die Sache geht. Wenn sie übereinander sprechen, fällt schon einmal ein Begriff wie „mieser Charakter“. Einig, das immerhin, dürften sie sich also in ihrer wechselseitigen Verachtung sein. psi

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben