Zeitung Heute : Freunde fürs Leben

Das Internet macht es leicht, nach dem Abi in Kontakt zu bleiben. Communities im Überblick.

Wir sollten uns mal wieder sehen. In den Zeiten ohne Facebook & Co. waren Klassentreffen fast historische Ereignisse. Foto: picture alliance/AKG
Wir sollten uns mal wieder sehen. In den Zeiten ohne Facebook & Co. waren Klassentreffen fast historische Ereignisse....Foto: picture-alliance / akg-images

Mit dem Abitur beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Während Max eine Ausbildung zum Bankkaufmann in Berlin anfängt, geht Lilly zum Studium nach England. Ihre beste Freundin Clara hingegen weiß noch nicht genau, was sie machen will. Daher hat sie sich für ein Jahr Work and Travel in Australien entschieden. Ihr Freund Anton geht mit, aber er weiß, dass er im Anschluss in Freiburg Informatik studieren möchte – sofern er einen Studienplatz bekommt.

Auch wenn man jahrelang gemeinsam die Schulbank gedrückt hat und sich nahezu in- und auswendig kennt, passiert es nach dem Abitur schnell, dass man sich aus den Augen verliert. Gut, dass es heute soziale Netzwerke gibt. Über Plattformen wie Facebook und Stayfriends kann man nicht nur unmittelbar nach der Schulzeit verbunden bleiben, sondern auch nach Jahren alte Freund finden und in Kontakt treten. Daraus ergeben sich dann manchmal neue Freundschaften oder berufliche Verbindungen.

„Ist schon witzig, wer so nach Jahren plötzlich wieder auftaucht“, sagt Isabel Müller. Manchmal könne man wieder dort anknüpfen, wo man aufgehört hat, manchmal sei es einfach eine interessante Begegnung. Auf jeden Fall befriedige es die Neugier, was aus Klassenkameraden und alten Schulfreunden geworden ist.

Unter den sozialen Netzwerken hat sich vor allem Facebook durchgesetzt. Auf dieser beliebten, weltweit genutzten Plattform verknüpfen sich Schulfreunde, Studienkommilitonen, Arbeitskollegen, Familienmitglieder, Freunde und solche, die es gerne wären. Je nachdem, ob man Facebook privat oder beruflich nutzt, kann man Urlaubsfotos mit seinen Freunden in aller Welt teilen oder Zeitungsartikel „liken“, den Arbeitskollegen und potenziellen Arbeitgebern eine Botschaft senden. Man kann sich aber auch einer Gruppe anschließen oder eine für den eigenen Abiturjahrgang oder die Alma Mater gründen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Als Plattform zum Finden und Verwalten von Schulfreunden versteht sich Stayfriends.de. Die 2002 in Erlangen gegründete Website gehört mittlerweile zum amerikanischen Betreiber der Onlinecommunity Classmates.com und hat nach eigenen Angaben europaweit über 29 Millionen Mitglieder, die sich zum Beispiel in Deutschland eine der rund 77 000 Schulen zuordnen können. Auf seiner Profilseite trägt man hier die Schulen ein, die man besucht hat, inklusive Abschlussjahr, um Klassenkameraden, ehemalige Schulfreunde oder Lehrer zu finden. In der Basisversion ist die Nutzung von Stayfriends kostenlos, will man aber seinen alten Schulfreunden eine Nachricht über die Plattform zukommen lassen oder ein Klassentreffen organisieren, muss man zahlungspflichtiges Goldmitglied werden.

Ähnlich unkompliziert und vor allem kostenlos ist die Plattform wer-kennt-wen, die sich den Slogan „alte Bekannte finden und neue Freunde suchen“ zu eigen gemacht hat und sich nicht ausschließlich an Schul- oder Universitätsfreunde richtet. Wobei man auch hier gezielt Kontakte nach Schule, Uni oder Abschlussjahrgang suchen und auch Jahrgangstreffen organisieren kann. Allerdings muss man bei den Privatsphäre-Einstellungen Vorsicht walten lassen. Wer über 18 ist und sein Profil bei wer-kennt-wen nicht so eingestellt hat, dass nur direkte Kontakte die Profilinhalten sehen und Nachrichten hinterlassen können, wird schnell zum gläsernen Nutzer.

Auch die Community Lokalisten wirbt damit, dass man hier neben neuen Freunden auch Schulfreunde und alte Bekannte findet. Allerdings ist das nicht das Hauptanliegen dieser partyorientierten Kontaktplattform. Wesentlich kleiner und weniger bekannt als die anderen Onlinecommunities ist Schulfreundfinder.de. Nur rund 29 000 Schulen sind hier momentan eingetragen. Dafür richtet sich das Portal gezielt an ehemalige Schüler und die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Wer also Kontakt halten will, hat die Qual der Wahl.

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